
Zeitloses Gartendesign für ein denkmalgeschütztes Bauernhaus
„Nach dem Brand im Jahre 1783 war dieses Bauernhaus eines der wenigen Gebäude im Dorf, das von den Flammen verschont geblieben war“, berichtet Daniel Berg.

„Die ursprüngliche Geschichte von Bauernhaus und Garten wird zum Leben erweckt. Der Bauerngarten ist wieder Begegnungsort in der Dorfmitte. Der private Ruhegarten blendet mit seiner intensiven Atmosphäre die Umgebung aus.”

Daniel Berg
Die Pflanzenverwendung strahlt Ruhe und Beständigkeit aus, ist mit u. a. Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla), Weißem Sonnenhut (Echinacea purpurea 'Alba') und Duftwicken (Lathyrus odoratus) klassisch gewählt. Ein Senkgarten inklusive Natursteinmauer schafft einen nicht einsehbaren Sonnenplatz in Südlage vor dem Haus. So kann man sich ins Private zurückziehen und nimmt gleichzeitig die nahe Straße nicht so stark wahr. „Die Materialien mussten möglichst historisch und regional sein, um nicht wie ein Fremdkörper zu wirken“, erklärt der Planer. Die Wahl fällt auf Bollinger Sandstein, der dank bruchrauer gespaltener Oberfläche schnell Patina ansetzt und sich so unauffällig in den denkmalgeschützten Teil des Gartens einfügt. Über den separaten Nutzgarten geht es in den Ruhegarten mit kleinem Schwimmteich auf der Nordseite. Daniel Berg gestaltet dort einen Schattengarten und lässt sich dazu vom nahen Seleger Moor inspirieren, einer Parklandschaft mit Seerosenteichen, einem Farnwald und unzähligen Rhododendren und Azaleen. Zwischen malerischen Gehölzen und gekonnten Steinsetzungen nimmt sich der Schwimmteich mit Quelle wie ein Bergsee en miniature aus. Für die Einfassung verwendet Daniel Berg Balzner Marmor, einen regionalen anthrazitfarbenen Naturstein mit weißen Einschlüssen. „Bedingung war die Nähe zum Steinbruch, Auswahlkriterium die besondere Färbung. Das Ergebnis sieht man in der Reflexion auf dem Wasser und der Farbe des Wassers – ein perfekter Kontrast in Kombination mit dem Grün der Pflanze“, schwärmt der Gartenplaner. Doch nicht nur der Ruhegarten ist in sich stimmig, ebenso gelungen ist das Zusammenspiel der gegensätzlichen Gartenräume. Auch der vorbildliche Umgang mit Materialien überzeugt. So bilden Haus und Garten ein gelungenes Ensemble mitten im Dorf: Das denkmalgeschützte Haus erhält seinen angemessenen Rahmen und dennoch kommt die private Nutzung nicht zu kurz.

