Ein weitläufiger Parkgarten

Ein jahrelanges Projekt mit immer neuen Ideen

Der Faktor Zeit spiel bei diesem Projekt eine große Rolle, denn nachhaltige und zeitunabhängige Lösungen zu finden braucht vor allem eines: Zeit.

Ansprüche und Bedürfnisse ändern sich mit den Zeiten, sodass jede Generation ihre Spuren in Haus und Garten hinterlässt. Wie in diesem großen, eingewachsenen Garten mit altem Baumbestand, den Christoph Richter schon seit Ende der 1970er-Jahre betreut und bis heute behutsam weiterentwickelt. Den langen Zeitraum gemeinsamen Gestaltens mit der Familie empfindet der Gartenplaner als echten Glücksfall.

Lage des GartensHeinsberg, Nordrhein-Westfalen
Größe des Gartens4.500 m²
PlanungsbüroRichter Garten
Zum Profil
FotografieAnnike Richter
Die gelungene Kombination aus der romantischen Weitläufigkeit eines Landschaftsparks und der Behaglichkeit eines Wohngartens (…) macht diesen Garten aus.

Christoph
Richter

Gleichzeitig ist so ein langer Zeitabschnitt aber auch eine Herausforderung, muss doch ein schlüssiges Gesamtkonzept gefunden und über die Jahre erhalten werden, damit nicht ein Sammelsurium ohne den berühmten „roten Faden“ entsteht. „Es galt, die wunderbare Weitläufigkeit des Grundstücks zu gliedern und zu strukturieren, ohne dabei den Reiz dieser Großzügigkeit aus den Augen zu verlieren“, erklärt Christoph Richter. Das ist in dieser großen Anlage geglückt, die den Charakter eines Landschaftsgartens, aber auch architektonische Elemente besitzt. Eine Vielzahl von einladenden Ecken und verschiedenen Rückzugsorten mit schönen Details entstanden über die Jahre: ein kleiner Wassersitzplatz am Wintergarten, der mit seinen geometrischen Formen einen fließenden Übergang zwischen innen und außen schafft, ein naturnaher Teich mit Holzdeck, ein Pool-Bereich mit Liegen – die Liste ist lang und sicher noch nicht endgültig. „Man wandelt durch den Garten, findet immer wieder kleine verwunschene Orte, die zum Verweilen einladen und neue Perspektiven mit sich bringen“, schwärmt Christoph Richter. Etwa an der Terrasse – hier wurde eine Sichtachse auf eine ca. 300 Jahre alte Kapelle am angrenzenden Feld wiederhergestellt. Alt und neu harmonieren miteinander. Ein aktuelles Highlight ist beispielsweise der große Sitzplatz unter Bäumen mit geometrischem Wasserbecken und Sprudlerkugeln im hinteren Areal – ein perfekter Platz, um mit der Familie und Freunden Feste zu feiern. Dieser Bereich ist durch eine Rotbuchenhecke (Fagus sylvatica) vom organischen Naturteich mit Holzdeck getrennt, der wieder eine ganz andere Stimmung vermittelt. Da er nicht abgedichtet werden musste, ist sein Wasser grün, was die Mannigfaltigkeit dieser Wohlfühl-Farbe um eine weitere Variante im Garten bereichert. Harmonische Wechselbeziehungen bestehen auch zwischen den verwendeten Materialien. Der Bereich vor dem Wintergarten ist mit großformatigen Basaltplatten belegt; dort finden sich aber auch traditionelle Elemente wie Trockenmauern. Neue Komponenten wie die Magnolien- Allee mit ihren Aufkantungen aus Blausteinplatten (Belgischer Blaustein) stehen im Kontrast zu den weichen organischen Formen von Naturteich und Bepflanzung. Das bringt Spannung und Abwechslung in die Formgebung, ohne dass Stilbrüche entstehen. „Wir haben bei den neuen Projekten nicht gegen den Charakter des Gartens gearbeitet, vielmehr wurden die neuen Elemente in den alten Kontext integriert“, erklärt Christoph Richter. Das ist wahrscheinlich die Quintessenz, warum dieser eingewachsene Parkgarten trotz all seiner Vielfalt wie eine harmonische Einheit wirkt.

Impressionen