Hanggarten in Kreuth

Zum Teil der Landschaft werden

Ein solcher Garten lebt vom weiten Blick in die Voralpenlandschaft. Der Bergwald, gleich hinter dem Haus, bettet das Grundstück weich in den Hang. Haus und Garten schotten sich nicht nach außen ab, sind Teil der umgebenden Landschaft.

Wie schön, dass hier bei der Modernisierung des traditionellen Hauses und der Gartenumgestaltung auf die Berglandschaft Rücksicht genommen wurde. Besonders ist auch, dass der Garten seinen Besitzern von Anfang an wichtig ist, sodass er gleichzeitig mit der Renovierung des Wohnhauses umgestaltet wird. Dabei soll der ursprüngliche Charme von Haus und Garten nicht verloren gehen – das ist die Bedingung. Ansonsten bekommt Jan Vandebotermet nahezu freie Hand. Den Rasenhang zu einem nutzbaren Garten mit einladenden Sitzplätzen zu machen, aber das Flair dieses besonderen Ortes zu bewahren – das ist das Ziel des Gartenplaners, der in Belgien Landschaftsarchitektur studierte. Zunächst wird ausreichend Platz für eine genügend große Terrasse am Haus geschaffen. Von der Terrassenebene geht es auf breiten Trittstufen aus naturbelassenen Bruchsteinplatten (Kalkstein) hinab auf eine kleine Zwischenterrasse, einen Rückzugsort, eingebettet zwischen wärmespeichernden Natursteinmauern aus Halleiner Kalkstein, Findlingen und dem Blütenreichtum der Stauden.

Lage des GartensTegernseer Tal (D)
Größe des Gartens850 m²
PlanungsbüroFuchs baut Gärten GmbH
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AusführungFuchs baut Gärten
Fotografieklas Stöver
Ein einfacher, aber abwechslungsreich gestalteter Weg führt den Hang hinab zu Sitzplätzen auf unterschiedlichen Ebenen und lädt dazu ein, den gesamten Garten zu erkunden.

Jan Vandebotermet

Bienenfreundlicher Apfeldorn (Crataegus x lavallei 'Carrierei') fungiert als Schattenspender, dessen Krone im Alter schirmförmig wird. Hier in dieser Höhe auf nahezu 800 m über N.N. müssen die Pflanzen extreme Wetterbedingungen aushalten, insbesondere an einem solchen Südhang mit reichlich Schnee, aber auch intensiver Sonneneinstrahlung im Winter. Daher wählt Jan Vandebotermet robuste Pflanzen aus, die mit diesen Bedingungen klarkommen und gleichzeitig eine lange Blütezeit bieten. Stauden wie die Ziersalbei-Sorten 'Adrian' und 'Blauhügel' (Salvia nemorosa) und die nicht minder blühfreudigen Rosen (u. a. Beetrose 'Asprin', Edelrose 'Nostalgie', Bodendeckerrose 'Heidefeuer') haben sich auf dem drainierten Boden bestens entwickelt. Ergänzt wird die artenreiche Pflanzung mit Gehölzen, die auch in der Berglandschaft vorkommen – nur eben in ihrer Gartenform, wie etwa Zwergkiefern (Pinus mugo var. pumilio). Vom kleinen Sitzplatz im Grünen führen schlichte Trittplatten hinab in den unteren Garten zum ehemaligen Schuppen, der statt der alten Betonplatte ein Holzdeck bekommt und sich so zum einladenden Freisitz mausert. Passend dazu ist der Garagenvorplatz, vormals mit Beton gepflastert, jetzt entsiegelt. Rasenwaben mit hohem Rasenanteil lassen die Fläche optisch zum Teil des Gartens werden, ohne dass sie ihre Funkion dadurch einbüßt. Die Rasenfläche verbindet alle Bereiche miteinander, sodass der Eindruck von Großzügigkeit und Weite erhalten bleibt – mit dem Unterschied, dass man ab sofort den einmaligen Bergblick von verschiedenen Standorten und Perspektiven aus genießen kann! Nichts drängt sich wichtig in den Vordergrund.

Impressionen