
Garten zu einer historischen Villa am See
Keine historische Villa ohne dazugehörige Parkanlage; kein Park ohne alte charaktervolle Baumgestalten – manches ist eben untrennbar miteinander verbunden.

„Unsere Gestaltung des park- ähnlichen Grundstücks, passend zur historischen Villa am See, wirkt, als sei alles immer schon so gewesen.”

KATHARINA UNTERSTALLER B.ENG. LANDSCHAFTSBAU PLANUNG, PFLANZPLANUNG UND JONAS ENDLICH B.ENG. LANDSCHAFTSBAU, TECHNISCHE PLANUNG
„Aufgabe war, die Umgestaltung so dezent und gleichzeitig so präsent wie möglich zu machen, denn im Mittelpunkt stehen das denkmalgeschützte Haus und der Blick auf den See“, erklärt Katharina Unterstaller. Schon am Eingang zum Garten, dem schmalen Torbogen aus Hainbuche, ist das tiefe Blau des Wassers auszumachen – ein oberbayerisches Landschaftsgemälde, das sich auch von der Terrasse und dem sonnigen Liegeplatz am Haus genießen lässt. Die Terrasse nimmt Bezug auf die ursprüngliche und rudimentär erhalten gebliebene historische Gartenanlage im Schutze der Hainbuchenhecke. Von der historischen Bepflanzung existieren noch gut erhaltene kugelförmige Linden, ein wahrer Schatz, den es zu hüten gilt. So sitzt man direkt im Grünen und genießt neben der Aussicht auf den See auch den Blick auf das historische Gebäude. Dafür wird das leichte Gefälle auf der einen Seite mit einem Rebmauerwerk aus Muschelkalk abgefangen. Zum Garten hin orientieren sich die Blockstufen (Limes Dolomit) am natürlichen Relief und laufen in Richtung Rasen aus. Die Garantie für wohl- tuenden Schatten übernehmen Dach-Platanen (Platanus acerifolia 'Dachform'). Den zweiten sonnigen Sitzplatz nahe am Haus prägen mehrstämmige Kupfer-Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii). Unter ihrem lichten Schatten avanciert der Sitzplatz zum idealen Rückzugsort für warme Sommertage. Das Gefühl der Geborgenheit verstärkt die teils freistehende Sitzmauer aus Naturstein, welche den Platz einfasst. Die Materialien für Mauern und Beläge wirken zurückhaltend (Muschelkalk, Jura-Zierkies), fügen sich in den alten Garten ein und stören die Fassade der Villa nicht. „Die neu geschaffenen Rückzugsorte passen zu der historischen Villa und sorgen für eine Wiederbelebung des Gartens als Aufenthaltsort auf dem weitläufigen Grundstück, so wie es in der ursprünglichen Gartenplanung bereits angelegt war“, resümiert Katharina Unterstaller. Diesen Bereich umgibt ein Saum alter Gehölze mit dazugehöriger Streuobstwiese, die Villa und Garten weich in die Landschaft betten.

