Historische Villen und ihre Parklandschaften

Garten zu einer historischen Villa am See

Keine historische Villa ohne dazugehörige Parkanlage; kein Park ohne alte charaktervolle Baumgestalten – manches ist eben untrennbar miteinander verbunden.

Hier residierte einst Adel und Großbürgertum, um angenehme Sommertage am See vor den Toren Münchens zu verbringen. Es ist dieses besondere Lebensgefühl am See, das auch in unserer Zeit nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Und so ist es eine besondere Aufgabe, an einem solch idyllischen Ort dieses sommerliche Lebensgefühl wiedererwecken zu dürfen. Dessen war sich Planerin Katharina Unterstaller auch bewusst, entsprechend behutsam gestaltete sie einzelne, teils ungenutzte Bereiche des parkartigen Grundstücks um. Wichtiges Element der Gestaltung – wie könnte es bei einem Villengarten anders sein – sind malerische Solitäre wie ein Fächer-Ahorn (Acer palmatum) am Hauseingang oder schirmförmige Felsenbirnen und ein mehrstämmiger Eisenholzbaum (Parrotia persica) im Hof am Eingang. Sie werden gleich in ordentlicher Baumgröße gepflanzt, setzen markante Blickpunkte und vermitteln mit dem vorhandenen alten Baumbestand den Eindruck eines gewachsenen Gartens. Das wirkt so selbstverständlich, als sei es nie anders gewesen. So entstehen um die altehrwürdige Villa neue Aufenthaltsorte, die zum historischen Gebäude passen und den Bedürfnissen der Gartenbesitzer Rechnung tragen. Es ist eine naturnahe Gestaltung mit einer dezenten Bepflanzung aus Duftrosen (Rosa 'Wildberry', 'Königin Marie'), Rosenbegleitstauden (u. a. Gypsophila repens 'Rosea') und insektenfreundlichen Sommerstauden (u. a. Salvia nemorosa 'Blauhügel', Echinops ritro 'Veitch's Blue'), welche die Schönheit der Villa hervorheben.

Lage des GartensOberbayern
Größeca. 6.000 m²
PlanungsbüroFuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden
 
PlanungsbüroFuchs baut Gärten GmbH
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AusführungFuchs baut Gärten GmbH – Gärtner von Eden
FotografieBK – Frames for Good
Unsere Gestaltung des park- ähnlichen Grundstücks, passend zur historischen Villa am See, wirkt, als sei alles immer schon so gewesen.

KATHARINA UNTERSTALLER B.ENG. LANDSCHAFTSBAU PLANUNG, PFLANZPLANUNG UND JONAS ENDLICH B.ENG. LANDSCHAFTSBAU, TECHNISCHE PLANUNG

„Aufgabe war, die Umgestaltung so dezent und gleichzeitig so präsent wie möglich zu machen, denn im Mittelpunkt stehen das denkmalgeschützte Haus und der Blick auf den See“, erklärt Katharina Unterstaller. Schon am Eingang zum Garten, dem schmalen Torbogen aus Hainbuche, ist das tiefe Blau des Wassers auszumachen – ein oberbayerisches Landschaftsgemälde, das sich auch von der Terrasse und dem sonnigen Liegeplatz am Haus genießen lässt. Die Terrasse nimmt Bezug auf die ursprüngliche und rudimentär erhalten gebliebene historische Gartenanlage im Schutze der Hainbuchenhecke. Von der historischen Bepflanzung existieren noch gut erhaltene kugelförmige Linden, ein wahrer Schatz, den es zu hüten gilt. So sitzt man direkt im Grünen und genießt neben der Aussicht auf den See auch den Blick auf das historische Gebäude. Dafür wird das leichte Gefälle auf der einen Seite mit einem Rebmauerwerk aus Muschelkalk abgefangen. Zum Garten hin orientieren sich die Blockstufen (Limes Dolomit) am natürlichen Relief und laufen in Richtung Rasen aus. Die Garantie für wohl- tuenden Schatten übernehmen Dach-Platanen (Platanus acerifolia 'Dachform'). Den zweiten sonnigen Sitzplatz nahe am Haus prägen mehrstämmige Kupfer-Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii). Unter ihrem lichten Schatten avanciert der Sitzplatz zum idealen Rückzugsort für warme Sommertage. Das Gefühl der Geborgenheit verstärkt die teils freistehende Sitzmauer aus Naturstein, welche den Platz einfasst. Die Materialien für Mauern und Beläge wirken zurückhaltend (Muschelkalk, Jura-Zierkies), fügen sich in den alten Garten ein und stören die Fassade der Villa nicht. „Die neu geschaffenen Rückzugsorte passen zu der historischen Villa und sorgen für eine Wiederbelebung des Gartens als Aufenthaltsort auf dem weitläufigen Grundstück, so wie es in der ursprünglichen Gartenplanung bereits angelegt war“, resümiert Katharina Unterstaller. Diesen Bereich umgibt ein Saum alter Gehölze mit dazugehöriger Streuobstwiese, die Villa und Garten weich in die Landschaft betten.

Impressionen