Halbenleib Bettlach

Den Traum vom Süden im Garten leben

Es ist ein Garten, in dem man unweigerlich an den Süden und das Meer denken muss, an die Küsten- und Karstlandschaften Dalmatiens.

Es sind die sandig-erdigen Töne und die raue Oberfläche der Krustenplatten aus Kalkstein, der helle Kies am Pool, das tiefe Blau des Wassers und die knorrigen kurzschaftigen Flaum- Eichen (Quercus pubescens) mit tiefrissiger Borke, die diese Assoziationen wecken. Dazu kommt die schöne Lage von Haus und Garten in der sanft geschwungenen Hügellandschaft am Südfuß des Jura unter der Wandfluh und dem Bettlachstock (UNESCO-Weltnaturerbe). In der Ferne erblickt man die Aare, den längsten Fluss innerhalb der Schweiz, den Bucheggberg und das Panorama der Alpen. Für die beiden Gartenplaner Ben Uhlmann und Raphael Bräker steht schnell fest, dass der Pool keine abstrakte Installation sein darf, sondern in die Architektur und Bepflanzung integriert werden muss. Auch sollen Haus und Garten wie selbstverständlich in die reizvolle Umgebung eingebettet werden. Mit sanften Abstufungen vom Haus hinab auf die Poolebene nehmen die Planer daher Bezug auf die Umgebung und die Topografie des Jura- Südhangs. Den grauen Betonstein auf der Terrasse tauschen sie gegen frostsicheren Kalkstein, der mit seiner warmen Anmutung dem Garten mediterrane Heiterkeit verleiht.

Lage des GartensKanton Solothurn, Schweiz
Größe550 m²
PlanungsbüroGartenkultur AG
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FotografieSam Bosshard Fotografie
Aus einem Garten mit viel Beton haben wir ein Naturparadies geschaffen, das in die Umgebung passt. Die Bäume garantieren Intimität im Badegarten und sorgen für ein angenehmes Klima an den Sitzplätzen und im Haus.

Team Gartenkultur

Mit dem malerischen Habitus der Flaum-Eichen, sechs an der Zahl, wird der Gartenraum strukturiert und gleichzeitig das große Wohnhaus gegenüber abgedeckt. So entsteht Privatsphäre und das gute Gefühl von Geborgenheit. Eine Reihe Frühlingsduftblüten (Osmanthus burkwoodii) bildet den Abschluss am Pool und parfümiert die Umgebung mit ihrem süßen Blütenduft. Die lange Blumenrabatte verschmilzt optisch mit der angrenzenden Wiese und lässt den Garten zu einem Teil der Landschaft werden. Ergänzt wird die Pflanzung in den sonnigen Beeten mit weiß blühenden Stauden und Halbsträuchern, wie Provence-Lavendel (Lavandula intermedia 'Edelweiss'), Ähriger Prachtscharte (Liatris spicata 'Alba') und zarten Schönheiten in Violett wie Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) und Patagonischem Eisenkraut (Verbena bonariensis 'Lollipop'). Die halbschattigen Bereiche beleben Herbst-Anemone (Anemone japonica Hybride 'Prinz Heinrich'), weiß blühende Elfenblume (Epimedium x youngianum 'Niveum') und die Dunkle Oktoberkerze (Cimicifuga simplex 'Brunette'). Ruhe in die Vielfalt der Strukturen und Texturen bringen die klaren Linien und Formen der Gestaltung. „Man könnte denken, ein naturnaher Garten muss in der Linienführung nicht perfekt sein. Das Gegenteil ist der Fall, denn die exakte Linie lässt den Kontrast zwischen 'wild' und 'kultiviert' erst zu Tage treten“, erklärt Ben Uhlmann. Dank dieses Gegensatzpaares ist die Wirkung ungleich größer.

Impressionen