
Spaziergang durch den Senkgarten
„Auf keinen Fall Rasen, dafür aber viele Blüten und Farben, am besten das ganze Jahr über“ – so lautete hier die klare Vorgabe der Gartenbesitzer.

„Pflanzen, Findlinge und Natursteine bilden ein Gegenstück zur Gebäudearchitektur, ebenso wie die organischen Formen der Beete und Wege.”

Jan Vandebotermet
„Pflanzen, Findlinge und Natursteine bilden ein Gegenstück zur Gebäudearchitektur, ebenso wie die organischen Formen der Beete und Wege“, erklärt der Gartenplaner. Kontrastreich auch die Standorte innerhalb des Gartens von extrem sonnig bis schattig, sodass Jan Vandebotermet mit einer großen Bandbreite an Stauden arbeiten, verschiedene Standorte miteinander kombinieren kann. Zwei mächtige Bestandsbäume, eine alte Kiefer und eine betagte Buche, werfen ihre Schatten in den Senkgarten und schaffen besondere Licht- und Schattenverhältnisse. Den Schattenbereich beleben Blattschmuckstauden wie Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Silberkerze (Cimicifuga simplex), Purpurglöckchen (Heuchera micrantha), Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) und Funkien (Hosta sieboldiana 'Elegance') mit ihren unterschiedlichen Grüntönen, Strukturen und Texturen. Ein paar Meter weiter sind die Beete in Sonnenlicht getaucht – der richtige Standort für Sonnenanbeter wie Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Purpur- Sonnenhut (Echinacea purpurea), Katzenminze (Nepeta) und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa). Sie blühen in den Farben Blau, Lila und Weiß um die Wette, nur die Rosen dürfen in ihrem kräftigen Rot dazwischenfunken. Sogar an einen kleinen Nutzgarten für Obst und Gemüse ist gedacht – nicht etwa, wie so oft, versteckt im hinteren Bereich des Gartens, sondern sehr prominent in Terrassennähe. Für Struktur in diesem lebendigen Staudenreich sorgen die Höhendifferenzen zwischen den Beeten sowie die Wege und Treppen, die durch den Garten führen. Kalkriesel ist das Material der Wahl für die wasserdurchlässigen Wegedecken – das wirkt unaufdringlich und fügt sich in das Bild eines Gartens, der Pflanzen in den Fokus rückt und nicht etwa Materialien oder Ausstattungselemente. Und noch eine weitere Besonderheit bietet die Anlage: Falls das Haus in Zukunft geteilt und von zwei Parteien bewohnt wird, soll sich der Garten ohne harte Zäsur, ohne Zaunanlage in zwei Bereiche aufteilen lassen. Diese sanfte Trennung könnte der geschwungene Weg übernehmen. So kann auf veränderte Lebensumstände jederzeit flexibel reagiert werden, ohne die Gestaltungsidee „Blumen statt Rasen“ aufgeben zu müssen, die sich die Gartenbesitzer wünschten. Sie wissen um den Wert der Pflanzen und kümmern sich entsprechend liebevoll um ihre Beete.

