Wolkengarten Brandenburg

Eine außergewöhnliche Idee setzten die Berliner Landschaftsarchitekten Matthias Staubach und Tancredi Capatti um: einen ”Wolkengarten“ mit wellenförmig geschnittenen Heckenkörpern aus Liguster (Ligustrum vulgare 'Atrovirens'), der Geborgenheit bietet und gleichzeitig zum Stil des Hauses passt. Die Heckenkörper säumen das Eckgrundstück auf beiden Straßenseiten, verstellen immer wieder den Blick und bilden so einen immergrünen Sichtschutz.

capattistaubach Landschaftsarchitekten
10997 Berlin
Deutschland

Galerie

Locker eingestreute Apfel- und Birnbäume (z.B. Malus domestica 'Gewürzluiken' bzw. Pyrus communis 'Gute Luise von Avalanches') akzentuieren die Ligusterwolken wirkungsvoll. Polygonalplatten aus Muschelkalk führen auf geschwungenem Weg durch den Vorgarten an den „Wolken“ vorbei zum Haus. Diese Form der Gestaltung ist jedoch viel mehr als nur bloßer Sichtschutz zur Straße. Das immergrüne Heckenlabyrinth wirkt durch den ständigen Wechsel von Volumen und Räumen bewegt, sodass man den Gartenraum bildlich und körperlich wahrnehmen kann. Ein Spaziergang durch den Vorgarten wird so zu einem sinnlichen Erlebnis. Das funktioniert nur, wenn jede dieser lebendigen Skulpturen am richtigen Platz steht. „Wir haben bei jeder einzelnen Wolke Höhe, Breite und Lage besprochen“, berichtet denn auch Matthias Staubach. Die Wirkung steht und fällt aber nicht nur mit der exakten Planung, sondern auch mit der regelmäßigen Pflege, denn Liguster treibt schnell wieder aus. Mindestens 6x im Jahr müssen die Immergrünen geschnitten werden, damit sie nicht ihre Form und damit ihre Wirkung verlieren. Belebt wird das Gartenbild mit dem Wechselspiel der Obstbäume, mit der Blüte im Frühjahr und der Frucht im Herbst. Den Wandel der Jahreszeiten machen auch die Stauden mit ihrer Farben- und Blütenfülle erlebbar, welche die Heckenkörper als blühende Bänder begleiten. Den jahreszeitlichen Reigen komplettieren Zwiebelpflanzen wie Krokus (Crocus tommasinianus 'Roseus'), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) und Traubenhyazinthe (Muscari neglectum), die zum Frühjahr gehören wie der nötige Regen. Der rückwärtige Garten unterscheidet sich deutlich vom Vorgarten – er liegt etwas tiefer und ist als Ergänzung zum Wohnbereich offen konzipiert. Die ungewöhnliche Terrasse mit langer Sitzkante endet an einer Mauerscheibe, die als Teil des Hauses begriffen wird. Sie begrenzt den Bereich und schafft so einen eigenen Raum, ein „erweitertes Wohnzimmer“. Wie eine Schublade, die aus dem Haus in den Garten gezogen wurde, wirkt die Terrasse mit der Mauer. Sie macht diesen Gartenteil zusammen mit einer Pergola und einem Nebengebäude zu einem geschützten Aufenthaltsort. Blickfang des Ensembles ist eine eindrucksvolle Schwarzkiefer (Pinus nigra subsp. nigra) als charakterstarkes Solitärgehölz. Ruhe in die ansonsten sehr konzentrierte Gestaltung bringt die gepflegte großzügige Rasenfläche.