Wohngarten mit botanischem Fler

Anke Mattern, passionierte Gärtnerin, ist spezialisiert auf die Gestaltung von Privatgärten. Ihr Handwerk lernte sie bei den alten Meistern, dem Staudenzüchter Ernst Pagels und Gräfin Helene von Stein Zeppelin. Auf Gartenreisen quer durch Europa und den USA vertiefte sie ihr Wissen.

Anke Mattern, Stauden-und Gartendesign
31595 Steyerberg
Deutschland

Galerie

Beth Chatto sensibilisierte sie in England für Farbe und Kunst. Von ihr lernte sie, die Lehre von der Staudenverwendung nach Lebensbereichen (Prof. Hansen, Weihenstephan) mit einer künstlerischen Sicht zu kombinieren. So fließen Pflanzenwissen, der Sinn für Farbe und das „In-Beziehung-Setzen“ von Pflanzen in ihre Gestaltungen ein. Dabei entwickelt sie jeden ihrer Gärten aus der jeweiligen Situation heraus, wofür dieser Privatgarten in Hamburg ein schönes Beispiel ist. Zwischen hanseatischen Villen mit schönem Parkbaumbestand entstand ein Wohngarten mit botanisch-ästhetischem Anspruch. Haus und Garten bilden eine Einheit, sind atmosphärisch dicht gestaltet, die Farbstimmung edel, die Beleuchtung dezent. Es ist ein Garten, der mit seinen mäandernden Wegen einlädt, Spaziergänge zu kleinen, intimen Bereichen und offeneren Gartenräumen zu unternehmen, die botanische Überraschungen bereithalten. Sitzplätze laden ein, den Garten aus unterschiedlichen Perspektiven zu genießen. „Ein Sitzplatz im hinteren Gartenteil mit Blick zum Haus ist ebenso wichtig wie ein schöner Platz direkt am Haus“, so die Gestalterin. „Ziel ist es, wohnliche Geborgenheit zu schaffen und Gartenbilder mit Akzenten zu komponieren, die im gesamten Jahreslauf in ihren unterschiedlichen Stimmungen erlebbar sind.“ Die ebenerdige Terrasse am Haus, die in eine Lounge auf zwei Ebenen übergeht, die nach Osten liegende Frühstücksterrasse und die klar definierte Rasenfläche, proportional in der Größe zum Haus, beziehen sich auf die bodentiefen „Porte-fenêtre“ (Französische Fenster) des Hauses. Dies schafft die gewünschte Transparenz zwischen innen und außen. Wege und Terrassenflächen sind mit anthrazitfarbenen Platten und Mosaikpflaster aus Gabbro-Naturstein belegt, der rau und robust wie Granit ist. Das sorgt für Einheitlichkeit in Material und Farbe. Diese Flächen treten jedoch im Gesamtbild gewollt in den Hintergrund und dienen der Bepflanzung als Bühne. Auch die Art der Pflanzung ist entscheidend – Anke Mattern setzt die Pflanzen in unregelmäßigen Dreiecken miteinander in Beziehung, so kann sich am Ende eine Eigendynamik entwickeln und ein dynamisches Ganzes entstehen. „Der Garten soll sein Gesicht dem Jahresverlauf entsprechend verändern und die Jahreszeiten erlebbar machen“, betont die Gestalterin. Daher verwendet sie gerne Solitär- und Blütengehölze wie Zaubernuss (Hamamelis), weiße Magnolien (Magnolia sp.), Japanische Ahorne (Acer japonicum) und Gehölze mit interessanter Rindenfärbung für den Winter. Das Gerüst des Gartens bilden formgeschnittene Eiben – im Sommer als Hintergrund, im Winter als lebendige Skulpturen. Bambus (Phyllostachys aureosulcata 'Spectabilis') spielt eine besondere Rolle, er ist effektvoller Wegbegleiter an der Nordseite des Hauses und raumtrennendes Element an der oberen Wohnterrasse. Die Solitärbambusse sind flächig mit Schmalen Lilientrauben (Liriope graminifolia) unterpflanzt. Kontrastreiche Blattformen und Blütenfarben, ergänzt mit botanisch interessanten Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Teppichen von rosa blühenden Alpenveilchen (Cyclamen coum) und kontrastierendem Schlangenbart (Ophiopogon planiscarpus 'Niger'), sorgen für echte Frühlingsgefühle.