Villengarten in München

Kein geringerer als Bernhard Borst hat diese elegante Villa im Jahre 1910 errichtet. Dem Architekt und Bauunternehmer verdankt München die Borstei, eine vorbildliche Wohnanlage aus den 1920er-Jahren mit großzügigen Gärten, die heute noch viel Lebensqualität zu bieten hat. Die denkmalgeschützte Villa wurde nach langem Leerstand renoviert und umgebaut, sodass zwei Terrassenflächen auf dem Niveau des Hochparterres entstanden. Einen Garten gab es zu dieser Zeit nicht mehr, er bestand lediglich noch aus einem Stück Brachland mit einem morschen Baumstamm darauf.

Christiane v. Burkersroda Gartendesign
85635 Höhenkirchen (München)
Deutschland

Galerie

Für Gartendesignerin Christiane von Burkersroda bedeutete dies, dass sie den Villengarten völlig neu anlegen durfte. Sie erkannte schnell die Vorzüge der Lage und arbeitete diese in ihr Konzept ein: Hohe Linden und Kastanien säumen das Grundstück an zwei Seiten als Stra.enbegleitgrün und vermitteln das Gefühl, als würde sich ein Park an die Villa anschließen. So wirkt das Grundstück gro.zügig und lässt vergessen, dass die Fläche inklusive Terrassen überschaubare 400 m2 groß ist. Doch was der Villa vor allem fehlte, war ein wirkungsvoller Sichtschutz, um die obere Terrassenebene gegenüber einem fast zwölf Meter hohen Mehrparteienhaus abzuschirmen. Damit dort Privatsphäre entsteht, hat Christiane von Burkersroda Hecken und immergrüne Solitäre in ein metallenes Hochbeet gepflanzt. Dafür musste die Garagendecke statisch verstärkt werden. Besonders kniffelig war, den Sichtschutz richtig zu dimensionieren und zu positionieren. „Wir haben die unterschiedlichen Blickachsen aus dem Nachbarhaus aus jedem Fenster und von jedem Balkon mit aufwendigen Schnittzeichnungen analysiert und die Gestaltung entsprechend angepasst“, berichtet die Gartendesignerin. Erlesene Gehölze wie ein Rotrindiger Streifenahorn (Acer conspicuum 'Phoenix') und kugelförmige Buchsbäume (Buxus sempervirens var. arborescens) setzen in handgefertigten großen Tongefäßen Akzente. So entstand ein sehr privater, eleganter Terrassenraum mit fließenden Übergängen zur Villa. Von den beiden Terrassen gelangt man über eine Treppenanlage hinunter in den Garten mit seiner gepflegten Rasenfläche und einem kleinen Brunnen. Die klassische Mischung aus Säulen-Eiben (Taxus baccata 'Fastigiata') und zahlreichen Rhododendron- Sorten (u. a. R. luteum 'Lady Rosebery') harmoniert mit dem edlen Gebäude. Da große Gehölze gepflanzt wurden, wirkt der Garten so, als sei er mit der Villa zusammen alt geworden. Der Bereich vor der Garage ist Hof und Zufahrt zugleich. Im Hof wurde eine markante Schwarzkiefer (Pinus nigra) gepflanzt, die so wirkt, als stünde sie schon immer dort. Für die Pflasterflächen und die Mauersteine kam heimischer Dolomit infrage, der von der Anmutung in die Entstehungszeit des Hauses passt und die klassische und zugleich wohnliche Architektur unterstreicht. Bernhard Borst hätte sicher seine Freude gehabt, denn für ihn war ein Garten mehr als nur umlaufenes Grün: „Warum baut man nicht um den Garten, der den Menschen so viel Freude, Ruhe und Entspannung geben kann, Wohnungen?", fragte er bereits in den 50er-Jahren in einem Brief an seine Mieter (siehe www. borstei.de). Ja, warum eigentlich nicht?