Schwungvoll ins Gartenglück

Wer würde beim Betrachten der Bilder wohl auf die Idee kommen, dass dieser Hausgarten gerade einmal 250 m2 groß ist? Der Übergang in die reizvolle hügelige Landschaft am Fuße des erloschenen Vulkans Hohenstoffel ist so fließend gestaltet, der Garten so geschickt in das Landschaftsbild integriert, dass er nahezu grenzenlos wirkt. ”Herrgotts Kegelspiel“ nannte der Dichter Ludwig Finckh die Region wegen seiner Vulkankegel, die als Phonolithund Basaltberge den Hegau prägen.

GRIMM garten gestalten
78247 Hilzingen
Deutschland

Galerie

Die Landschaft war denn auch Inspirationsquelle für die Gartengestaltung, und so finden sich organische Formen im Schwung der Natursteinmauern, der Stahlbänder und Wege wieder. Vor der Umgestaltung war das Raumgefühl vor allem eins: eng, denn die vorhandene Abstützung aus großen, unförmigen Granit- Flussbausteinen und der teils dichte Bewuchs wirkten erdrückend. Also ging es Gartenbautechniker Michael Grimm zunächst darum, die Abstützung aufzulockern und gleichzeitig den Hang aufzuwerten. Die Böschung erfuhr eine leichte Terrassierung; dann wurden die Flussbausteine mit Zyklopen-Mauerwerk und Stahlbändern aus rohem, rostigem Stahl ergänzt, welche die rostroten Einsprenkelungen des Natursteins aufgreifen. Die feine Textur des Bruchsteinmauerwerks mit seinen polygonal gebrochenen Steinen bildet einen schönen Kontrast zu den wuchtigen Flussbausteinen – und trotzdem wirkt alles wie aus einem Guss. Das ist höchste Handwerkskunst, denn jeder dieser unregelmäßigen Granitsteine muss genau in die Mauer eingepasst werden, damit sie stabil ist. Die Natursteinmauer ist so zum Hingucker und bevorzugten Sitzplatz im Garten geworden, gleichzeitig wirkt der Hang längst nicht mehr so massiv. Der dichte Bewuchs musste weichen und wurde durch eine artenreiche Staudenpflanzung ersetzt. Auf den Beeten der sonnigen Trockenmauern leuchten die gelben Blüten des Großblütigen Mädchenauges (Coreopsis grandiflora 'Christchurch') von Juni bis Oktober. Im Schutz der wärmenden Mauer fühlt sich auch die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria 'Butterfly Blue') wohl, deren zart-violette Blüten eine gute Nahrungsquelle für Insekten sind. Lavendelblaue Iris (Iris pallida 'Aurea Variegata') stehen ihnen in puncto Schönheit und Nektarangebot in nichts nach und verströmen dazu noch Wohlgeruch. Sie schenken dem kleinen Gartenraum eine gewisse Leichtigkeit und Verspieltheit. Damit man die Staudenpracht hautnah erleben kann, schlängelt sich ein schmaler Kiesweg durch den Hang bis hinauf zur angrenzenden Streuobstwiese auf dem Nachbargrundstück. Da es direkt am Haus nur ein kleines, in die Jahre gekommenes Holzdeck gab, musste eine großzügige Terrasse her, die genug Platz für Familie und Freunde bietet. Die Weidenbäumchen, die am vorgesehenen Standort bereits wuchsen, wurden nicht etwa entfernt, sondern mit runden Aussparungen kurzerhand ins Holzdeck integriert. Sie untergliedern das Deck in eine schattige und eine sonnige Terrassenseite. Der schattige Teil grenzt an einen kleinen Teich und befindet sich auf der dem Garten und der Natursteinmauer zugewandten Seite. Der größere, sonnige Teil erstreckt sich auf dem angrenzenden Carport und bietet einen weiten Blick in die malerische Landschaft des Hegau. Vom neuen Holzdeck führt ein geschwungener Kiesweg wieder zum Sitzplatz an der Natursteinmauer, in deren Schutz und Wärme man die Schönheit dieses kleinen naturnahen Gartens ungestört genießen kann.