Rein in die Komfortzone

Dieser Garten misst gerade einmal 250 m², bietet seinen Bewohnern aber jeglichen Komfort eines Appartements unter freiem Himmel. Die einzelnen Räume – eine überdachte Außenküche, der sich anschließende Lounge-Bereich und der eigentliche Garten mit kleinem Wasserbecken, Rasenfläche und texturreicher Bepflanzung – erfüllen das menschliche Bedürfnis nach Geborgenheit und laden gleichzeitig zu gemeinsamer Aktivität ein.

Forster Garten- und Landschaftsbau GmbH
53347 Alfter
Deutschland

Galerie

„Wunsch der Bauherren war es, das Wohnzimmer nach draußen zu erweitern. Daher steht eine Außenküche als Anziehungs- und Treffpunkt für die Familie im Fokus, aber natürlich auch das Gartenerlebnis“, sagt Gartenplaner Yannick Krüger. Vor der Umgestaltung hatte die schmale Grünfläche um das Haus nicht allzu viel zu bieten – es gab lediglich ein Stück Rasen und einige Sträucher wie Rhododendren, die nicht zum Standort passten und entsprechend kümmerlich wuchsen. Der Gartenboden war zu schwer für die anspruchsvollen Blütensträucher, die in ihrer Heimat auf sauren Rohhumusböden wachsen. Also blieb nichts anderes übrig, als diese Bepflanzung zu entfernen und den Charakter des Gartens mit standortgemäßen Pflanzen und neuen Materialien grundlegend zu verändern. Lediglich eine Dach-Platane (Platanus acerifolia 'Dachform') nahm Yannick Krüger in seine Umgestaltung auf und ergänzte sie mit weiteren zu einer Drei-Konstellation. Da das Umfeld, insbesondere eine Gabionenwand an der Grundstücksgrenze, als störend empfunden wurde, ging es dem Gartenplaner auch darum, die Wahrnehmung auf den eigenen Gartenraum zu konzentrieren. Mit geschickt angeordneten Spalierbäumen (Wildbirne – Pyrus pyraster) wurden umliegende Nachbargebäude ausgeblendet bzw. die Gabionenwand mit einer Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) in eine lebende grüne Wand mit süßlich duftenden weißen Schirmrispen verwandelt. Formgehölze wie wolkig geschnittene Eiben und 1,40 m hohe Buchenhecken, die sich wie Riegel zwischen den Lounge-Bereich und den eigentlichen Garten schieben, gliedern den Garten in grüne Zimmer. Die Dach-Platanen im Dreiklang bilden einen Raum um den kreisrunden Gartensitzplatz. Gleichzeitig sorgen sie als horizontales Element für Geborgenheit – ebenso wie die Schattendach-Markisen-Kombination an der Außenküche. Stauden und Kleingehölze fungieren zwar nicht wie Hecken, wirken aber ebenfalls wie optische Barrieren, an denen der Blick haften bleibt. „Wir haben aber auch bewusst dazu Kontrapunkte gesetzt, etwa mit der mehrstämmigen Japanischen Zelkove (Zelkova serrata)“, erklärt Yannick Krüger. Ausgefallene Pflanzen wie eine Mahonie (Mahonia eurybracteata 'Soft Caress') bieten einen Blickfang, rotlaubige Stauden setzen Farbakzente im Grün. Die Pflanzen mit ihren formenreichen Texturen wirken als atmosphärischer Ausgleich zu den kühl-glatten Materialien der Außenküche, vermitteln Natürlichkeit und spiegeln das Thema der Geborgenheit in der Natur wider. Am Tag wird der Stil des Gartens von Urbanität und Modernität bestimmt, die sich in den Materialien (glatte Platten in großem Format aus Keramik) und einer gewissen Kühle widerspiegeln. Dieser Stil wurde aus den Innenräumen (weiße Fließen in Hochglanz und ebensolche Küchenfronten) nach außen getragen. „Die Wandlungsfähigkeit der Atmosphäre zeigt sich in der einsetzenden Dämmerung. Die Beleuchtung taucht den Garten dann in eine andere, ruhigere Stimmung. Die kühle Frische des Tages weicht den wärmeren Farbtönen eines Sommerabends“, beschreibt Yannick Krüger die Vielschichtigkeit der Atmosphäre. So ist der Garten zum Mittelpunkt für die Familie geworden, der zwei ganz unterschiedliche Stimmungen annehmen und auf seine Nutzer übertragen kann.