Licht - Luft - Landschaft

Alles atmet Großzügigkeit

Grenzenlose Flächen und ewige Weiten sind das, woran man bei diesem Projekt als erstes denkt. Wie es den Planerinnen wohl gelang, einen Privatgarten wie einen weitläufigen Park wirken zu lassen?

Es ist diese Weite der Landschaft mit den alten charakterstarken Baumgestalten auf der großzügigen Rasenfläche, die an einen Park denken lassen. Einzelne stattliche Eschen an der Grundstücksgrenze leiten weich und fließend zu den Wiesen, Feldern und Hainen über. Kein Zaun, kein Sichtschutz, keine hohe Hecke schränkt die Sicht ein – der Blick reicht weit in die umgebende Kulturlandschaft.

Lage des Gartensöstliches Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfahlen
Größe des Gartens1.400 m²
PlanungsbüroKlute, Gärtner von Eden
Zum Profil
FotografieFoto Miquel Tres
Von dem weiten Blick in die umgebende Natur inspiriert, ist die Landschaft zum Hauptprotagonisten im Garten geworden.

Anna
Strasburger,
Margarete
Hoberg-Klute,
Melissa
Hauschulte

Entsprechend ließ sich Margarete Hoberg-Klute bei der Gestaltung dieses Familiengartens auch gerne von der besonderen Atmosphäre inspirieren. Sie nahm die ruhige Randlage des Grundstücks als Ausgangspunkt für ihre Planung. „Von dem weiten Blick in die umgebende Natur inspiriert, ist die Landschaft zum Hauptprotagonisten im Garten geworden“, so die Landschaftsarchitektin. Ihr Entwurf ordnet sich den Gegebenheiten aber nicht nur unter, sondern spielt mit ihnen. Etwa mit einer bewusst niedrig gehaltenen Hecke, welche die Raumkontur zwar betont, die Grenzen zwischen dem Garten und der Umgebung aber geschickt verschmelzen lässt. So wirkt der Raum optisch noch größer, ja nahezu grenzenlos. Dort im Übergang zu den Wiesen und Feldern haben die Kinder ihr eigenes Reich mit einem Baumhaus und Schaukeln im Schatten der alten Bäume. So ist der Spielbereich im Garten nicht so prominent, und trotzdem hat man die Kinder gut im Blick. Auch in der Wahl der Pflanzen spiegelt sich das Konzept der „Landschaftlichkeit“, wie es Margarete Hoberg-Klute nennt: Die Umgebung wird mit einer großen Rasenfläche und vier Sumpfeichen (Quercus palustris) fortgesetzt, die als Raumbildner wirken und das Pendant zu den bereits vorhandenen großen Eschen darstellen. An den Grenzen fügen sich die Gehölze und Stauden ganz natürlich in das Gesamtbild ein. Im Kontrast dazu sind die Beete um das Wohnhaus mit geschnittenen Kugeln aus Eiben (Taxus baccata) und Hochstamm- Spalieren aus Winterlinden (Tilia cordata) formal gehalten. Dazu setzen Solitäre wie ein Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) und ein Japanischer Fächerahorn (Acer japonicum) in Hausnähe Akzente. Den ruhigen Charakter unterstreicht der Himmelsspiegel, ein formales Wasserbecken, dessen glatte Oberfläche den zierlichen Ahorn reflektiert. L-förmige Beete mit zu Kugeln geschnittenen Formgehölzen betonen die rechteckige Beckenform. Da auch kleine Kinder im Haus leben, ist das Wasserbecken nur etwa 20 Zentimeter tief, was seine Wirkung jedoch in keinster Weise schmälert. So passt die Gartengestaltung zum geradlinigen Gebäude mit seiner schlichten Eleganz und Großzügigkeit. Eine Großzügigkeit, die sich von den Innenräumen mit großen Glasfronten über die helle Sonnenterrasse aus Dietfurter Kalkstein bis zur weitläufigen Rasenfläche fortsetzt.

Impressionen