Hausgarten Schröder

Wie sieht wohl der Garten Eden aus? Eine karge Schotterfläche mit einsamer, in Form gestutzter Kiefer? Oder ein fruchtbares Grün mit artenreichen Pflanzen, Blüten in allen Farben und Formen und Bäumen mit schmackhaftem Obst, das prall und reif herabhängt und nur darauf wartet, gepflückt zu werden?

Dirk Christian Schröder
24211 Rastorf
Deutschland

Galerie

Dirk Christian Schröder gehört zu den Menschen, die letztere Vorstellung klar bevorzugen. Bei ihm steht die Pflanze eindeutig im Vordergrund der Gestaltung. Auf seinem ländlichen Anwesen hat er darum auch ein Paradebeispiel für einen artenreichen Familiengarten geschaffen, der etwa 70 verschiedene Gehölze, nahezu hundert Staudensorten, Gräser, Farne, Sumpfpflanzen und, nicht zu vergessen, Geophyten beherbergt. So ist sichergestellt, dass nahezu das ganze Jahr etwas in diesem Hausgarten blüht. Doch es geht dem Gartengestalter bei der Pflanzenauswahl nicht nur um Blüten. Ebenso viel Wert legt er auf besondere Wuchsformen oder die Herbstfärbung. Das Gerüst des Gartens bilden Apfel- Hochstämme. Kleinere Gehölzgruppen aus Flieder (Syringa vulgaris 'Madame Lemoine'), Kornelkirsche (Cornus mas) und Buchs (Buxus semp. arb.) sind für den Sichtschutz zuständig und bremsen gleichzeitig den Wind aus, der hier auf dem „platten Land“ beständig weht. Eine solche Artenvielfalt kommt den Insekten und heimischen Tieren zugute, die dort Lebensraum und Nahrung finden. Aufgelockert wird der lebende Zaun immer wieder mit ausgefallenen Arten wie einem Schlitzahorn (Acer palmatum 'Dissectum Atropurpureum') oder einer Antarktischen Scheinbuche (Nothofagus antarctica). Die Hecken erinnern an Knicks, wallartige Baum- und Strauchhecken, die so typisch für die Landschaft sind. In diese Umfriedung kuschelt sich der Familiengarten regelrecht ein. Regionaltypisch sind auch die Findlinge im Vorgarten: Granitsteine, die von den Gletschern aus Skandinavien in der letzten Eiszeit rund geschliffen wurden. Sie fanden bei der Gestaltung von Quellstein und Bachlauf Verwendung. Überhaupt ist dem Planer der Einsatz von natürlichen, nachhaltigen Materialien wichtig, und so bestehen sämtliche Plätze und Wege aus Naturstein (Granit). Ein Thema ist für ihn auch der nachhaltige Umgang mit Erden und Substraten. Als der Boden bei der Neuanlage ausformiert wurde, achtete er darauf, dass keine gewaltigen Mengen Substrat an- oder abgefahren werden mussten und der Garten möglichst ökologisch und wirtschaftlich anlegt wurde. So ist mit der Zeit ein ausgewogener Garten mit idyllischen Ecken entstanden, in dem sich die ganze Familie aufgehoben fühlt – kein Wunder, dass sie darin möglichst viel Zeit verbringt. Dafür gibt es neben der großen Hauptterrasse weitere Sitzplätze, etwa unter dem schützenden Blätterdach des alten 'Boskoop' (Malus domestica). Eine solch artenreiche Anlage mag zunächst aufwendig klingen – sie ist es aber nicht, denn die Auswahl an Pflanzen ist so aufeinander abgestimmt, dass sie pflegeleicht ist. „Die Pflanzenvielfalt ist für mich das absolute Highlight. Artenvielfalt macht einen Garten pflegeleicht. Minimalismus zu erhalten, ist viel aufwendiger“, ist Dirk Christian Schröder überzeugt. Er liebt es auch, wenn Stauden wie die luftig-leichten Verbenen (Verbena bonariensis) durch die verschiedenen Bereiche vagabundieren und immer wieder an Stellen auftauchen, an denen es ihnen gerade gefällt. Der Zufall darf mitgärtnern und sorgt immer wieder für überraschende Effekte, die den Garten bereichern.