Hängende Gärten über dem Rhein

Als die Familie das Grundstück erwarb, war der Hanggarten nur zum Teil angelegt. Die Vorbesitzer wussten mit dem steil abfallenden Gelände wohl nicht allzu viel anzufangen und hatten lediglich Abstützungen aus Pflanzsteinen angelegt; der übrige Hang war mit Schneebeere (Symphoricarpus) bedeckt. Im Gegensatz zur schmucken Villa wirkte das Grün lieblos und unpassend.

GRIMM garten gestalten
78247 Hilzingen
Deutschland

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Einzig um das Haus gab es gestaltete Bereiche wie die Terrasse dort. Auch der Pool war bereits vorhanden, allerdings ohne Absturzsicherung und nur über einen schmalen, steilen Pfad erreichbar. „An einer Seite führte ein Weg am Pool vorbei, an der anderen Seite grenzte der Pool aufgeständert direkt an den steilen Hang. Aufenthaltsbereiche am Pool und im Hang gab es keine“, erinnert sich Gartenbautechniker Michael Grimm. Dabei ist die Lage des Grundstücks bezaubernd: Im Blick die Weinberge, den Hochrhein im Tal und ein malerisches Dorf auf der gegenüberliegenden Schweizer Rheinseite. Diese landschaftlichen Reize galt es herauszuarbeiten. Zunächst wurden die hässlichen Beton-Pflanzsteine durch Trockenmauern aus Tengener Muschelkalk ersetzt, die den Hang terrassieren und in nutzbare Flächen umwandeln – Landgewinn in seiner schönsten Ausprägung. Treppen aus Naturstein verbinden das Haus mit der tieferen Pool-Ebene, die mit einem neuen, großzügigen Holzdeck aufwartet. Die morsche Laube dort wurde entfernt, um den Blick zum nahen Weinberg freizugeben. Diese Öffnung in die Landschaft schafft Weite, trotzdem bleibt die Behaglichkeit nicht auf der Strecke, denn die Pool-Terrasse wird mittlerweile vom Bewuchs eingerahmt. Ergänzt wird die Neugestaltung am Pool mit einem dezenten Geländer aus wetterfestem Stahl, das den Bereich vor Absturz sichert, den Blick in die Landschaft aber nicht verstellt. Lediglich an der Lounge gibt es „Rückendeckung“ – dort wurde ein blickdichter Bereich im Geländer für die Sitzgruppe geschaffen. Aus demselben rostroten Stahl sind weitere Details am Pool, wie etwa die Türen des Gartenschrankes und die Metall-poller- Leuchten gemacht. Das Material passt nicht nur hervorragend zum warmen Farbton des Kalksteins und des Holzes, es bringt auch einen zeitgemäßen Akzent in die Gestaltung. Ergänzt wird die Ausstattung mit einer Gartendusche, deren Pflaster aus Rheinkies besteht – ein Detail, das Bezug zum sanft mäandrierenden Rhein im Tal nimmt. Es ist ein Garten voller guter Ideen und schöner Plätze, in sich stimmig und gekonnt in die reizvolle Landschaft integriert. Knorrige, alte Weinstöcke sorgen für einen fließenden Übergang zum nahen Weinberg. Der Duft des Lavendels, die Strahlkraft des Sonnenhuts (Echinacea purpurea 'Magnus'), die Leichtigkeit des Eisenkrautes (Verbena bonariensis) und die exotischen Blätter der Feigenbäume (Ficus carica) erinnern an den Süden und sorgen für Urlaubsstimmung. An die intensiv gestaltete Pool-Ebene schließt sich ein extensiver Hang mit heimischen Gehölzen, die den Blick auf den Fluss und das Dorf immer wieder freigegeben. Ein schmaler Pfad schlängelt sich hinab, führt zu einzelnen Zielpunkten und endet schließlich am Ufer des Hochrheins. Und dann gibt es noch eine verwunschene, geheimnisvolle Seite des Gartens. Diese Atmosphäre geht von der mit Efeu und Blauregen umrankten Villa aus. Die dezente zeitgemäße Gestaltung der Pool- Ebene ist dazu keinesfalls ein Bruch, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild dieses Hanggartens ein.