Großstadtgarten mit Ausblick

Was für ein Luxus, wenn man in der Großstadt bis zum Horizont blicken kann und nicht nur auf die nächste Häuserfront! Der Blick in die Weite erfüllt das Innere mit der Stille der Landschaft, macht gelassen und zufrieden. Diesen Luxus bietet der großzügige Villengarten nun wieder, nachdem die wichtigsten Sichtachsen in das Ruhrtal frei geschnitten wurden.

BSS-LA
42553 Velbert
Deutschland

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Doch damit war es noch nicht getan – hier sollte und durfte nahezu alles verändert werden. Denn ursprünglich war dies einmal ein typischer Garten der 1980er-Jahre: eine große, ungegliederte Rasenfläche am steilen Hang mit umlaufender Sichtschutz- und Abstandspflanzung. Fertig. Der Eindruck war entsprechend lieb- und leblos und passte nicht zum neuen Wohnhaus im Landhausstil. Für Landschaftsarchitekt Martin Straßen war schnell klar: Dieses steile Grundstück benötigt wegen des Zuschnittes (siehe Plan) eine völlig neue Gliederung, am besten in einen Vor- und einen Hauptgarten. Der Vorgarten wird nun geprägt durch eine geschwungene Zufahrt, die nach englischem Vorbild lang und großzügig gestaltet ist. So überwindet man elegant die 7 Meter Höhenunterschied zwischen Villa und Straße. Eine Vorfahrt und ein großzügiger Platz vor dem Eingang machen das Ankommen bewusst und unterstreichen die Würde des Hauses. „Die Zufahrt gewährt unterschiedliche Blicke auf die Villa, und der Platz davor fungiert als vorgelagerter Windfang, um Gäste zu begrüßen. Das ist schon etwas Besonderes – es ist eine großzügige Geste“, findet Martin Straßen. Diese Großzügigkeit prägt auch den Hauptgarten. Durch Eingriffe in die Topografie entstanden aus dem steilen Hang verschiedene Ebenen und nutzbare Rasenparterres. Dafür wurde Material auf der einen Seite abgetragen und auf der anderen Seite wieder aufgetragen, um das Gelände großflächig zu terrassieren. „Das grundsätzliche Leitmotiv ist eine große nutzbare waagerechte Rasenfläche, die sich aus dem Hang heraus wie eine Bühne in den Landschaftsraum öffnet. Diese Fläche ist eingebunden in eine Vielzahl kleiner Bereiche, Terrassen und Rundwege“, erklärt Martin Straßen sein Konzept. Die Geländestufen werden mit Trockenmauern aus Grauwacke abgefangen, die mit ihrem warmen Graubraun ein wesentliches Element der Gestaltung sind. Als nach der Fertigstellung des Haupthauses die nagelneuen, hochwertigen Fenster aus besonderen Gründen ausgewechselt werden mussten, wurden diese zum Bau einer Orangerie weiterverwendet. Was zunächst nach einem Ärgernis aussah, entpuppte sich im Nachhinein als Glück, denn die Orangerie, im Stile des Hauses gebaut, schafft eine Verbindung zwischen der Villa und dem Garten. Zudem entstand ein intimer Hof zwischen den beiden Gebäuden mit wunderbarem Weitblick. Aus einem steilen Grundstück wurde so ein Garten, der nun vielschichtig und intensiv genutzt wird. Offene Flächen wechseln sich mit gliedernder Bepflanzung ab – das wirkt abwechslungsreich und spannend. Das Rasenparterre geht in eine Wildblumenwiese über, an die sich der parkartige Bereich anschließt. Staudenpflanzungen nach englischem Vorbild unterstreichen die Landhaus-Atmosphäre. Große Laubbäume wie Buchen, Eichen und Linden rahmen den Villengarten und sorgen für einen fließenden Übergang in die Landschaft. So ist das urbane Umfeld kaum noch wahrnehmbar.