Gräserpark

Ilka Mahros Spezialität sind Gräsergärten. Die Gartengestalterin liebt die zarten, filigranen Strukturen, die Leichtigkeit und Transparenz der Ziergräser, die vielen Kombinationsmöglichkeiten, die diese Luftikusse unter den Pflanzen bieten, insbesondere mit spät blühenden Stauden. Keine Frage – Gräser sind unentbehrlich für stimmungsvolle, bewegte Herbst und Winterbilder.

Ilka Mahro Gartengestaltung
23730 Neustadt in Holstein
Deutschland

Galerie

So wie Ilka Mahro ging es auch den Besitzern dieses großen Familiengartens in Schleswig-Holstein. Begeistert von Piet Oudolfs naturalistischen Gräsergärten, war die Familie auf der Suche nach jemandem, der solch lebendige Gartenbilder komponieren kann. Sie stießen bei einem Besuch in der Alten Gutsgärtnerei Sierhagen auf Gräserbeete von Ilka Mahro und hatten damit die richtige Gestalterin gefunden. Für deren Hausgarten gestaltete die gebürtige Berlinerin drei große, quadratische Gräserbeete, die aus der Ferne wie ein einziges wirken. Die klare geometrische Form der Beete nimmt den Baustil des Hauses auf, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Gleichzeitig bilden die luftig leichten Ziergräser einen schönen Kontrast zum kubischen Gebäude. Im Vordergrund der Gestaltung stehen die Pflanzen mit ihren vielfältigen Formen und Strukturen. Damit das ganze Jahr über interessante Bilder entstehen, setzt Ilka Mahro auf Artenvielfalt: Geophyten begrüßen das Frühjahr. Höhepunkte sind der Spätsommer und der Herbst, wenn Gräser impressionistische Gemälde in die Landschaft malen. Der Winter braucht die Struktur, die klare Kontur, die Linie, etwa mit den Kerzen, Dolden und Kugeln der verblühten Sommerschönheiten. Die Veränderung, das Werden und Vergehen werden sichtbar und die Schönheit all dieser natürlichen Prozesse. Auch verblühte Samenstände und vergilbende Blätter haben eine Ästhetik und müssen nicht dringend im Herbst abgeschnitten und entsorgt werden. Bei Ilka Mahro werden sie erst im Frühjahr zurückgeschnitten, kurz vor dem Austrieb des Zierlauchs (u. a. Allium macleanii 'Globemaster'), des Sternkugellauchs (Allium christophii) oder der Krokus-ähnlichen Netzblatt-Iris (Iris reticulata), einer der frühesten Zwiebelblüher im Jahr. Kontraste sind ein wichtiges Mittel in der Gestaltung. „Ich liebe das Spiel zwischen dunkel- und helllaubigen Blattfarben. Dunkles Laub benötigt einen hellen Gegenspieler, um seine volle Wirkung zu entfalten“, sagt die Gartengestalterin. Solch spannende Hell-Dunkel- Kontraste bieten z. B. die Fetthenne 'Purple Emperor' (Sedum telephium-Hybride) oder der Braunblättrige Wasserdost 'Chocolate' (Eupatorium rugosum), aber auch der Purpur-Wiesen-Kerbel (Anthriscus ssylvestris 'Ravenswing') mit nahezu schwarzem Laub und dazu weißen Doldenblüten. Eine der dunkelsten Stauden ist der Schwarze Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Niger'), dessen hellrosa Blüten zum dunklen Laub wirkungsvoll kontrastieren. Der Herbst zeigt sich in Goldgelb, Bernstein und Bronze – jetzt haben die Gräser ihren großen Auftritt. Die tief stehende Sonne bringt die Halme und Ähren von Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha), Chinaschilf (Miscanthus 'Kleine Fontäne'), Silberähren- (Achnatherum calamagrostis) und Zartem Federgras (Stipa tenusissima) so richtig zum Leuchten. „Das Riesen-Pfeifengras (Molinia caerula ssp. arundinacea 'Transparent') kann trotz seiner Größe auch im Vordergrund stehen. Es verschleiert mit seinen zarten Blütenständen die Kulisse und wirkt nahezu durchsichtig. So entsteht ein flirrender, bewegter Eindruck“, erklärt Ilka Mahro. Wie in der amerikanischen Prärie verweben sich Stauden wie Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum 'Pink Glow') und Sonnenhüte (Echinacea) in den Gräserteppich und beleben ihn mit ihren Blütenfarben und Strukturen. Bald wird der Frost sie mit Raureif überziehen und dann in bizarre Skulpturen verwandeln – dem wunderbaren Gräser-Gartenbild wird dies nichts anhaben können.