Gartenerlebnis am Hang

Am Hofberg, oberhalb der Landshuter Altstadt, liegt dieses Grundstück mit einem Höhenunterschied von über 7 Metern von der Straße bis hinab in den Garten. Für ihr elegantes Wohnhaus in Split-Level-Bauweise mit unterschiedlichen Austritts- und Geschosshöhen wünschte sich die vierköpfige Familie verschiedene Aufenthaltsbereiche auf den jeweiligen Ebenen. Für Christoph Rabl kam dabei nur infrage, den Hanggarten aus der Gebäudearchitektur zu entwickeln und die Vor- und Rücksprünge in die Wegeführung aufzunehmen.

Majuntke GmbH Gärtner von Eden
84048 Mainburg
Deutschland

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So entstanden kleine intime Gartenräume mit Blickbeziehungen von innen nach außen, die den jeweiligen Wohnräumen zugeordnet sind und ihnen in der Fläche in etwa entsprechen. „Man gelangt von einem Wohnraum zum Freiraum und von dort zum nächsten Raum. Bewegt man sich durch das Haus, so verschmelzen Innen- und Außenraum zu einer Einheit“, erklärt der Landschaftsarchitekt aus Niederbayern. Dazu tragen auch die zwei kleinen Lichthöfe des Hauses bei, die den Blick von den Wohnräumen in den Garten freigeben. Um die Terrassen miteinander zu verbinden und die Bewegung durch den Garten spannend und abwechslungsreich zu gestalten, hat sich Christoph Rabl unterschiedlich aufwendige Treppenvarianten ausgedacht: Eine einfache Form beim Hauszugang im Norden erschließt das Grundstück, eine aufwendige Variante mit Podest-Stufen aus Thermoesche und Schellevis (robuster poriger Beton) den zentralen Wohngarten, den das Gebäude u-förmig umschließt. „Im Wohngarten sind die Podest-Stufen 'schwebend' verlegt, was nachts durch eine unterleuchtete Schattenfuge noch verstärkt wird. Trotz der massiven Materialstärken wirkt dadurch alles leicht“, sagt der Landschaftsarchitekt. Auf diese „schwebende Schwere“, wie sie Christoph Rabl nennt, fällt der Blick von allen drei Haupträumen (Wohnen, Essen, Küche). Und natürlich auf die schöne schirmförmige Blasenesche (Koelreuteria paniculata), die mit ihrem Kronendach den Schlagschatten des Hauses überlagert. Die Belags- und Pflanzflächen sind miteinander verwoben und durchdringen sich. Dazu hat Christoph Rabl die Bepflanzung bis ans Haus herangeführt und das Wohngebäude in die Staudenpflanzung aus (u. a.) Hohem Salomonssiegel (Polygonatum x hybridum 'Weihenstephan'), Elfenblumen (Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten'), Purpur-Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris 'Ravenswing') und Sterndolden (Astrantia in Sorten) eingebettet. „Von Weitem wirkt die Staudenpflanzung homogen. Aus der Nähe wird daraus ein heterogenes orientalisches Teppichmuster“, beschreibt der Landschaftsarchitekt den Effekt. Starke Textur- und Strukturkontraste prägen das Pflanzbild im Jahresverlauf mit einzelnen Blüten. Da der Garten auch im Winter wegen der bodentiefen Verglasung in das Innere des Hauses wirkt, spielen die abgestimmten Grüntöne der Immergrünen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch die reduzierte Materialwahl aus Holz, Schellevis und geöltem schwarzem Stahl ist auf das Gebäude mit seinen starken Kontrasten, dem Weiß der Fassade und dem Schwarz der Fenster- und Türrahmen, abgestimmt. Die Wiederholung von Material und Pflanze zieht sich konsequent durch den Hanggarten und sorgt für Ordnung im Raum. Die Gartenräume bieten mit ihren Proportionen Behaglichkeit und Geborgenheit.