Garten mit viel Großgehölzen

Dieser Münchner Vorort besitzt das Flair einer Gartenstadt mit Villencharakter – die Grundstücke sind großzügig bemessen, die Bebauung aufgelockert zwischen altem Baumbestand. Beim Generationswechsel werden viele dieser Grundstücke wegen der hohen Bodenpreise im Einzugsgebiet der Landeshauptstadt gerne gleich mit mehreren Häusern bebaut, sodass sich das Siedlungsbild wohl nach und nach verändern wird. Dieser Garten besitzt mit seiner Weitläufigkeit und dem alten Baumbestand aus Eichen und Buchen noch das Fluidum eines Parks, obwohl die verglaste zweistöckige Villa in der Mitte des Grundstückes viel Platz einnimmt.

Stephan Maria Lang
81543 München
Deutschland

Galerie

Der ungewöhnliche Bau, ein großer weißer Kubus mit Natursteinelementen, kragt mit seinen Vordächern weit aus und erinnert an die Konstruktion von Windmühlenflügeln. Er stammt vom Münchner Architekten Stephan Maria Lang, dessen zweite Leidenschaft die Gartengestaltung ist. Auch hier hat er den Villengarten gleich passend zur Architektur selbst konzipiert, damit Haus und Außenraum ein harmonisches Ganzes bilden. Dadurch, dass die Villa auf dem Grundstück diagonal gedreht ist, ergeben sich ein gepflasterter Vorplatz, eine großzügige Zufahrt sowie ein Wendeplatz – abgeschirmt von der vorgelagerten Garage. „Klassischerweise werden die Häuser ja sonst in die Nordecke gequetscht. Da das Gebäude aber auf dem Grundstück gedreht ist, entstehen eigene Gartenräume wie etwa der Lounge- Bereich am Teich, sonst wäre dies eine Restfläche“, sagt Stephan Maria Lang. Den Bauherren war es vor allem wichtig, dass die Blicke aus dem Haus nicht frontal auf die Nachbarhäuser fallen. Auch die Größe der Villa sollte von außen nicht in Erscheinung treten. „Durch eine 35 Meter lange Diagonalachse werden Sichtweiten entlang von Sichtachsen im Grundstück erzielt. Dadurch wirkt das Grundstück ungleich größer und parkartiger“, erklärt Stephan Maria Lang sein Konzept. Statt auf die Nachbarhäuser blickt man nun auf den verwunschenen Teich mit Quellstein, der von Essigbäumen (Rhus typhina) und lockeren Gräser- Gruppen aus Weißbunter Japan-Segge (Carex morrowii 'Variegata'), Grünblättriger Segge (Carex morrowii ssp. foliosissima 'Irish Green'), Herbst-Blaugras (Sesleria autumnalis) und Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster') gerahmt wird. Neben dem Lounge-Bereich am Teich sorgen unterschiedlich erlebbare Gartenräume wie eine Essterrasse mit offenem Kamin am Rasen-Spielbereich, ein Tiefhof für den Badebetrieb im Untergeschoss und ein Küchen-Kräutergarten am Eingangsbereich für Abwechslung. Vor dem Essplatz an der Küche kommt eine lichte Gold- Gleditschie (Gleditsia triacanthos 'Sunburst') als Solitär mit ihren farbintensiven goldgelben Blättern zur Geltung, die sich später gelbgrün verfärben. Zwar mussten einige Bäume wegen des großen Baukörpers gefällt werden, doch Stephan Maria Lang stellte den waldartigen Charakter des Villengartens wieder her, indem er gleich große Bäume pflanzen ließ. Hohe Stieleichen (Quercus robur) und Flügelnüsse (Pterocarya fraxinifolia) sind mit bis zu 4 Meter hohen Rhododendren der robusten, dichtbuschigen Sorte 'Cunningham's White' unterpflanzt. So ist eine wandartige Sichtschutzhecke überflüssig, denn dank der Rhododendron-Gruppen unter dem straßenbegleitenden Baumbestand ist keinerlei Einsicht von außen auf das Grundstück möglich. Vorgelagerte Gräserstreifen lockern die Gehölzgruppen auf. So entstand ein sehr intimer Villengarten, der sich zurückhaltend in seine Umgebung einfügt.