Garten mit Parkkulisse

Einen Park mit altem Baumbestand empfinden die meisten Menschen als das Ideal einer Landschaft – ein solches Bild der Schönheit und Zeitlosigkeit hätte wohl jeder gerne vor seiner Haus- bzw. Terrassentür. Noch schöner ist es natürlich, wenn man diesen Blick ganz privat genießen kann, ohne sich dafür mit Sichtschutzmauern im eigenen Grün einkesseln zu müssen. All diese Vorzüge bietet dieser Hanggarten nun nach seiner Umgestaltung durch die beiden Garten-Designerinnen Silke Blum und Claudia Scherer.

Firma Odenwäller Garten- und Landschaftsbau GmbH
63486 Bruchköbel/Butterstadt
Deutschland

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„Von der Planung war dies ein relativ komplexer Garten, weil viele Bestandspunkte berücksichtigt werden mussten. Es galt, nutzbare Ebenen um das Haus herum zu schaffen, die große Garage in den Garten zu integrieren, den Blick zum Park zu öffnen und trotzdem eine private Atmosphäre zu garantieren“, erklärt Silke Blum. Ihr Konzept sah vor, den Hanggarten in unterschiedliche Höhen zu staffeln, um ebene Flächen zu schaffen und dann in verschiedene Gartenräume zu gliedern. Für die Gestaltung der Gartenzimmer orientierten sich die beiden Planerinnen an der nüchternen Architektur des Wohnhauses: Sie ist von einer architektonischen und klassischen Achsenführung geprägt. Entgegen des Trends zur puristischen Bepflanzung lockern aber Blütensträucher, Stauden und Gräser die strengen Formen auf. Die Gartenbesitzer entschieden sich zur Freude der Planerinnen ganz bewusst für diese lebendige bunte Pflanzung – für sie war nicht das Kriterium 'Pflegeleichtigkeit' ausschlaggebend, sondern Aspekte wie Insektenfreundlichkeit, eine hohe Biodiversität und ganzjährige Attraktivität. Zunächst musste jedoch eine alte Betonmauer aus den 1960er-Jahren und eine hohe immergrüne Hecke aus dem Garten entfernt werden, um den Blick auf den Stadtpark vis-à-vis wieder freizumachen. Die Baumgestalten im Park dienen nun als Kulisse, was dem Garten Weite verschafft. Trotzdem ist das Grundstück von der Straße nicht einsehbar, denn die Planerinnen hoben die untere Gartenebene auf etwa 2 m oberhalb des Straßenniveaus an (1. Ebene). Hohe Hecken für den Sichtschutz sind nun überflüssig – das Grundstück ist lediglich mit niedrigen Eibenhecken, weißen Ballhortensien (Hydrangea arborescens) und einer Kombination aus halbschattenliebenden Stauden wie Storchschnabel (Geranium) und Purpurglöckchen (Heuchera) eingefasst. Für die Aufschüttung musste übrigens nur etwas Mutterboden angefahren werden. Das meiste Material stammte vom Aushub, der beim Bau des Wohnhauses anfiel und gleich als Unterboden eingearbeitet wurde. Da alte Bäume keine Auffüllung im Bereich der Krone vertragen, wurde das Gelände bis zum Traufbereich der Buchen (Fagus sylvatica) auf dem ursprünglichen Niveau belassen (Bestandsebene). So konnten die Baumveteranen ohne Schäden im Garten erhalten werden. Vor dem Wohn- und dem Esszimmer entstand zwischen den beiden Terrassen eine große, ebene Fläche (2. Ebene). Blickfang bildet hier ein Wasserbecken mit einer Wasserwand, das als zentrales Verbindungselement zwischen den verschiedenen Ebenen steht. „Blaue Lavendelkissen verlängern die Achse des Wasserbeckens in Richtung Wohnzimmerterrasse. Kronen von Dach-Amberbäumen (Liquidambar styraciflua Dachform) schweben förmlich über der ebenen Fläche und ermöglichen dem Betrachter den freien Blick in den Park“, beschreibt Silke Blum die großzügige Terrassenebene. Von dort erreicht man über Schwebstufen die nächst höher gelegene Ebene (3. Ebene) mit weitläufiger Rasenfläche und Sitzplatz, die sich bis über das Dach der Garage erstreckt – eine sinnvolle Nutzung sonst verlorener Fläche.