Friesischer Landhausgarten

Mitten in der Stadt, nur 5 Minuten vom Zentrum entfernt, liegt dieses Refugium hinter hohen Klinkermauern und begrünten Sichtschutzwänden. Es ist ein „friesischer Patio-Garten“, wie Gartenbauer Jens Gerdes den eigenen Familiengarten bezeichnet, denn das klassisch rote Klinkerhaus mit ebensolcher Garage schließt den Garten zur Straße hin ab. Zur Südseite jedoch öffnet sich das neue Einfamilienhaus mit großen Glasfronten, sodass der Blick über 50 Meter weit von der Haustüre durch das Erdgeschoss bis zum Schwimmteich und der abschließenden Gartenmauer reicht.

Jens Gerdes Garten- und Landschaftsbau GmbH
26441 Jever
Deutschland

Galerie

„Diese Blickachse zieht einen förmlich in den Garten. Man bekommt eine Ahnung, was einen erwartet, und trotzdem bleibt man neugierig, all die Räume zu entdecken“, beschreibt Frauke Büsing-Gerdes die Wirkung. Diese lange Achse ist der Form des Grundstückes geschuldet: Es ist ca. 70 Meter lang, exakt nach Süden ausgerichtet, aber mit seinen bis zu 16 Metern Breite schmal wie ein Handtuch. Was liegt da näher, als dieses tiefe Grundstück in eine Abfolge verschiedener Gartenräume einzuteilen? Jens Gerdes gliederte den Außenraum daher in drei Bereiche: in einen Vorgarten, einen Hauptgarten, der dem Wohnhaus deutlich zugeordnet ist, und in einen Teichgarten mit eigener Terrasse. Nach englischem Vorbild befindet sich im Zentrum das Rasenparterre, das Ruhe in die Gestaltung bringt. Ein Weg fasst die Rasenfläche halbkreisförmig ein, belebt von der Farben- und Formenvielfalt üppiger Staudenbeete (mixed borders). Den Abschluss dieses Bereichs bilden ein Gartenhaus aus altem roten Klinker und ein kleines Apfelgärtchen, umzäunt mit einem klassischen Staketenzaun aus Kastanienholz. Zwischen diesen beiden Elementen führt eine mit Rosen bewachsene Pergola in den dritten und letzten Bereich mit Schwimmteich und einem optisch über dem Wasser schwebenden Holzdeck, weich eingefasst von Blüh- und Gräserhecken. Dahinter markiert die Gartenmauer aus Klinkern und Blausteinabdeckungen das Ende der langen Blickachse. Alt und neu vermischen sich in diesem Garten ganz selbstverständlich und gehen eine gelungene Melange ein. Um einen regionalen Bezug zu schaffen – das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zur friesischen Nordseeküste – wurden für das Gartenhaus und die Gartenmauer am Schwimmteich regionaltypische, etwa hundert Jahre alte Torfbrandklinker verwendet, die ursprünglich von einer alten Deichstraße stammen. „Wir finden es reizvoll, traditionelle Baustoffe mit modernen Bauformen zu kombinieren“, sagt Jens Gerdes. Aber auch die Nähe zu Holland fand Einfluss in die Gestaltung, etwa bei der Pflanzung von Feldahorn-Spalierbäumen (Acer campestre 'Red Shine') als Hochhecken oder bei der Pflasterung von Waalformatsteinen, die mit ihrer Optik an eine Hochkant-Pflasterung erinnern. „Die Steine sind dezent in Anthrazit und Grau gehalten. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Pflanzen, alles andere hat sich zurückzunehmen“, betont Jens Gerdes. Auch die Gartenmauer am Schwimmteich und das Gartenhaus fügen sind dank der alten Klinker dezent in das Bild ein. Gehölze wie Kopfweiden verkörpern nordisches Flair. Die beiden alten Obstbäume im kleinen Apfelgärtchen sind Relikte des einst von Brombeeren überwachsenen Grundstücks und sollten unbedingt erhalten bleiben. Jens Gerdes und Frauke Büsing-Gerdes haben dazu Wiesenrauten (Thalictrum delavayi), weißen Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba') und Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris 'Ravenswing') gepflanzt, um eine möglichst naturnahe Atmosphäre zu erzeugen. „Dort weckt die untergehende Sonne nun an jedem Sommertag Kindheitserinnerungen bei uns“, sagt das Paar.