Erlebnisreicher Park am Niederrhein

Ursprünglich war dies einmal ein Wohnhaus mit kleinem Garten. Nach und nach kamen Nachbargrundstücke hinzu, sodass der Garten immer weiter wuchs. Mit jeder Erweiterung wurden die Hausbewohner mehr und mehr zu begeisterten Gartenliebhabern. „Modische Trends und möglichst spektakuläre Gestaltung waren dabei nicht die Grundlage der Entwicklung“, sagt Wolfgang R. Mueller, der den Garten während der gesamten Entwicklungszeit von 18 Jahren fachlich betreute.

Wolfgang R. Mueller
47877 Willich
Deutschland

Galerie

Der Landschaftsarchitekt vom Niederrhein machte den Garten in vier Bauphasen zu dem, was er heute ist: Ein erlebnisreicher Park mit unterschiedlichen Räumen, prägenden Solitären und artenreichen Pflanzungen nach Lebensbereichen. Zunächst steht das Wohnhaus noch auf einem kleinen Grundstück. Also kann der offene Wellnessbereich mit Schwimmbad im Untergeschoss des Hauses nur mit einer weiträumigen Bodenmodellierung vergrößert werden. Daraus ergeben sich zwei Gartenebenen, die mit einer geschwungenen Wegerampe miteinander verbunden sind. Die tiefere Ebene mit Senkgarten am Untergeschoss des Hauses orientiert sich mit dem rechteckigen Wasserbecken an der schnörkellosen Architektur. Intensiv bepflanzte Böschungen mit Rhododendren, Farnen, Pazifischem Blüten-Hartriegel (Cornus nuttalii) sowie begleitenden Stauden und Gräsern fassen den Bereich abwechslungsreich ein. Durch Zukauf einer großen Parzelle entsteht Platz für eine stimmungsvolle Teichlandschaft mit ufernahen Stauden und Gräsern wie Schaublatt (Rodgersia), Wasserdost (Eupatorium), Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Japanischem Berggras (Hakonechloa). Auf der Wasseroberfläche breiten sich Seerosen (Nymphaea) mit ihren vielblättrigen Blüten und glänzenden Schwimmblättern aus. Ruhrsandsteine sind in der Uferzone als Trittsteine und Solitär-Sitzsteine oder zu einem Quellbereich gestaltet. Den Gartenpavillon mit Holzdeck am Teich beschützt ein großer Trompetenbaum (Catalpa bignonioides), der sich im dunklen Teichwasser spiegelt. Eine wallartige Bodenmodellierung sorgt für Schallschutz und bildet den räumlichen Abschluss zur Straße. Ein weiterer Zukauf schafft Raum für einen Hain aus Stiel- (Quercus robur) und Sumpf-Eichen (Quercus palustris) und eine leicht modellierte Rasenfläche für Spiele und Gartenfeste. Nach dem Vorbild der Pleasuregrounds im Englischen Landschaftsgarten bietet sie eine Bühne für die Spiegelplastiken des Licht- und Objektkünstlers Adolf Luther (1912 –1990). Die letzte Erweiterung fügt dem Park noch eine Obstbaumwiese hinzu, die dank Baumpflanzung und randlicher Bodenmodellierung von außen nicht einsehbar ist. All die Gartenräume sind durch ein Rundwegenetz miteinander verbunden, auf dem sich stets neue Blickbeziehungen ergeben. „Die Wege bestehen aus rotem Klinker, der aus hiesigen Tonen gebrannt wird. Das Material ist ganz typisch für den Niederrhein, da es hier keine Natursteinvorkommen gibt“, erklärt Wolfgang R. Mueller. Die zweite Klammer bildet die sensible Planung, die mit ähnlichen Gestaltungsmitteln wie Bodenmodellierungen und baumhainartiger Bepflanzung arbeitet. So fügen sich die Gartenteile zu einem einheitlichen Parkbild zusammen, das sich immer wieder wandelt. Sonnige Partien mit Rosen und Gräsern sind mittlerweile schattigen Bereichen mit Rhododendron, Azaleen, Wald-Geißbart (Aruncus dioicus), Farnen und Funkien gewichen.