Ein Gräsermeer am Zürichsee

Sie wallen, wogen und wiegen sich im Wind – Gräser bedeuten Bewegung, Leichtigkeit und Transparenz. Und diese Wirkung zeigt sich besonders deutlich am Hang, wenn der Wind durch ganze Heerscharen von zarten Halmen fährt und sie in Bewegung setzt. Ebenso dynamisch wie das Wasser des nahen Sees unten im Tal. Es ist ein bewegtes Bild, das nichts Starres, Steifes an sich hat. Hier in diesem Garten hoch über dem Zürichsee gleiten luftige Gräser und romantische Hortensien den Hang hinab und lassen die Grenzen zwischen Grundstück und Seelandschaft verschwimmen. Das „Gräsermeer am Zürichsee“, eingereicht von PARC´S Gartengestaltung, überzeugte die Jury wegen eines äußerst gelungenen Zusammenspiels von Gartenarchitektur und Landschaft. Das Konzept des Gartens zeigt beispielhaft, wie durch eine gute Bepflanzung mit Gräsern und sorgsam platzierten Solitärgehölzen in Kombination mit einer hochwertigen, aber doch zurückhaltenden Materialwahl eine harmonische Einheit entsteht. Ohne aufdringlich zu sein, schafft der Garten den nahezu perfekten Übergang zwischen der klaren Architektur des Wohnhauses und den weichen Formen der umgebenden Landschaft. Insgesamt ein gelungenes und zeitgemäßes Beispiel für einen hochwertigen Garten, der zum Wohlfühlen in allen Jahres- und Tageszeiten einlädt.

PARC'S Gartengestaltung GmbH
8645 Rapperswil-Jona
Schweiz

Galerie

Diesen wunderbar leichten Gräsergarten gestaltete der Schweizer Gartenarchitekt Simon Rüegg passend zur zeitgemäßen Architektur des neuen Einfamilienhauses. Das Gebäude ist so in den Hang gebaut, dass sich die verschiedenen Wohnebenen an das abfallende Gelände angleichen. Auch der Garten passt sich diesen Ebenen an, die den Hang terrassieren. Im Mittelpunkt steht ein geradliniger Pool mit großer Holzterrasse inklusive Lounge- und Liegebereich, der sich wegen des starken Reliefs auf der untersten Gartenebene befindet. Holzstufen erschließen den Hang, eröffnen faszinierende Blicke auf den See und führen schließlich zur großen Pool-Terrasse. Eine solch umfangreiche Stufenanlage war allerdings kein einfaches Unterfangen, wie Simon Rüegg berichtet: „Die Treppenanlage ist mit massiven, langen Stahlbändern eingefasst. Diese millimetergenau zu versetzen, war besonders anspruchsvoll, auch aufgrund der Neigung. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Holzbauer stellte für uns die Grundvoraussetzung für diese Arbeiten dar.“

Das Gelände um die Treppen ist fließend modelliert, was durch die Pflanzenwahl mit Gräsern und eleganten Hortensien betont wird. Am Pool spiegeln sich Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) und Chinaschilf (Miscanthus sinensis) im Wasser. Zu den weichen Gräserformen bilden einzelne Solitärbäume, es sind mehrstämmig aufgeastete Eiben, einen schönen Kontrast. Die reduzierte Bepflanzung zieht sich durch die gesamte Gestaltung und unterstreicht die Natürlichkeit der verwendeten Materialien. Die Treppenanlage sowie der Liegebereich und die Pool-Terrasse bestehen aus Holz, das dem Garten Wärme und gleichzeitig ein maritimes Flair verleiht. Dazu passen die leichten, eleganten Möbel und Accessoires wie Tongefäße, Holzbank und geflochtene Truhe. Am Abend zeigt sich der Garten von seiner romantischen Seite. Dann leuchten dekorative Laternen an der Pool-Terrasse wie überdimensionierte Glühwürmchen im Dunkeln. Die Treppen werden mit auf den Boden ausgerichteten Pollerleuchten erhellt, die das Licht breit nach unten verteilen, sodass die Holzstufen mit ihrer warmen Ausstrahlung besonders zur Geltung kommen. Einzelne Solitäre verwandeln sich mit LED-Spots zu Baumskulpturen. So kann man auch abends das Gesamtkunstwerk aus Garten, See und beleuchtetem Ufer genießen.