Artenreiches Biotop

Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen und besonders wertvolle Kulturlandschaften. Sie prägen die ländliche Gemeinde am östlichen Rand des Landkreises Esslingen, die zur Region Stuttgart gehört. Kein Wunder, dass der Blick in die schöne Landschaft einer der Gründe für die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Familiengartens war. Er liegt in ruhiger Ortsrandlage im Übergang zur freien Landschaft, zu den Wiesen mit den Obstbäumen, Hochstämme, versteht sich, und den kleinen, so typischen Buchenwäldern.

Fahrion Garten- u. Landschaftsbau GmbH
73274 Notzingen
Deutschland

Galerie

Dass dieser Blick vom Haus und Garten in die Umgebung wieder geöffnet wird, war eines der wichtigsten Ziele von Landschaftsarchitekt Alexander Fahrion. Auch in Bezug auf die Topografie gab es Änderungswünsche, denn die Einliegerwohnung des Landhauses bekam zu wenig Licht. Zunächst gliederte Alexander Fahrion den Familiengarten neu: Aus den vormals organischen Formen gestaltete er klar strukturierte Räume auf verschiedenen Ebenen, die mit Heckenriegeln und Hochbeeten voneinander getrennt sind. So entstanden eine Terrassenebene mit großzügiger Grünfläche, ein Gartenzimmer im Schatten der Platanen, das sich in Richtung Obstwiesen öffnet, und ein weiterer Sitzplatz unter mehrstämmigen Amberbäumen (Liquidambar styraciflua Dachform). „Die Platanen wurden aus dem alten Garten übernommen. Nun ist dieser Platz aber wieder frei sichtbar und in den Garten integriert. Wir haben weitgehend versucht, die vorhandenen Pflanzen in das neue Konzept zu übernehmen“, sagt Alexander Fahrion. Damit die Bodenbeläge an Terrassen und Treppen auch in den ländlichen Garten passen, hat der junge Landschaftsarchitekt hellen Naturstein (Würzburger Muschelkalk) gewählt. Auch der Tiefhof am Wohnhaus wurde bewusst mit großformatigen Jura-Platten und Blockstufen aus Jura-Kalk gearbeitet, um den Bereich aufzuhellen. Dazu passt rostfarbener Cortenstahl, der als verbindendes Element in allen Gartenzimmern eingesetzt wurde, u. a. zum Höhenausgleich und für die Hochbeete mit den Ziergräsern. „Die Pflanzung ist gräserbetont. Wir haben für die einzelnen Gartenräume verschiedene Gräser-Charaktere verwendet, etwa lockere Lampenputzer-Gräser 'Little Bunny' (Pennisetum alopecuroides) und als Kontrast dazu aussagekräftige Sorten wie die Weißrand-Segge 'Icedance' (Carex morrowii ssp. foliosissima) mit ihren panaschierten Blättern“, berichtet Alexander Fahrion. Neben edlen Solitären bilden Eiben (Taxus baccata) und Rotbuchen (Fagus sylvatica) in ihren verschiedensten Varianten das Gerüst des Gartens – in natürlicher Wuchsform oder streng zu Kästen und Hecken geschnitten. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Grün. Rotbuchen wurden insbesondere wegen des Landschaftsbezugs ausgewählt, da das Grundstück an ein Waldstück mit hohem Buchenbestand grenzt. „Wir haben versucht, das Gartenkonzept offen zu gestalten, so wie es früher einmal war, damit man von allen Bereichen in die anderen Gartenräume und in die Landschaft blicken kann. Dennoch entsteht eine räumliche Wirkung über leichte Höhenunterschiede und Heckenriegel“, fasst Alexander Fahrion das Ergebnis seiner Umgestaltung zusammen. Sie gibt nun Orientierung durch klare Linien, sodass ein insgesamt ruhigerer Eindruck entsteht. Trotz architektonischer Linienführung passt der neue Familiengarten zum Landhausstil des Wohnhauses und schafft mit den ausgedehnten Gräserfeldern einen weichen Übergang zu den Streuobstwiesen.