DIE SONNENSEITE DES SCHATTENS

Der Garten wird bestimmt von einer unerwarteten Intimität im Gartenraum und im Wintergarten, der sehr transparent ist und den Garten aus einer anderen Perspektive erleben lässt. Beeindruckend ist die alte Baumsubstanz im Garten selbst und im Umfeld des Gartens. Er wirkt dadurch nicht neu angelegt, sondern eingewachsen und atmosphärisch, entspannt - mitten in der Stadt. Und vor allem strahlt er eine besondere Ruhe aus, wirkt selbstverständlich und beschwingt. Die Symmetrie des Hauses und des Wintergarten findet sich im Garten wieder und wirkt neben der Fülle an alten Gehölzen beruhigend strukturiert. Die Aufnahme der Symmetrie links und rechts der Gartentreppe wird aufgenommen durch die Bepflanzung mit Lorbeerbäumen, Japanbandgras Hackonekloa Macra, Funkien Plantaginea Grandiflora, weißblühend, duftend. Die Farbe Grün herrscht in diesem kleinen Garten vor. Ein Spiel mit glänzend grünen, klaren Blattstrukturen und matten filigranen Blattformen und Grüntönen charakterisiert die Unterpflanzung. Weiße und blaue Blütennuancen erscheinen im Verlauf der Jahreszeit. Die Duftkomponenten sind weiter die weißblühende Ramblerrose Bobby James, die mit ihrer Blütenfülle jedes Jahr den Sitzplatz umgibt. Ein Hortensienband bestehend aus Hydrangena arborescens Annabelle ist zu Grundstücksgrenze unter Bäumen gesetzt. Geranium macorrhizium „Spessart“ flächig gesetzt, beruhigt die Anlage. Die Symmetrie setzt sich im Vorgarten fort. Im Vorgarten wurde dem Erker des Hauses ein Quadrat vorgelagert, welches mit einer der Form folgenden Bepflasterung versehen wurde. Um die Rasenfläche zu reduzieren wurde im Vorgarten Pachysandra terminalis flächig gepflanzt. An der Gartenmauer sorgt ein Hortensienband Hydrangena arborescens Annabelle für Sichtschutz und Intimität. Die Wiederholung der Pflanzen im Vorgarten schafft eine Ausgewogenheit, Rythmus und verbindet die Gartenflächen vor und hinter dem Haus. Die Hortensien schirmen den halböffentlichen Vorgarten ab, ebenso die weiße Clematis Willsonii, Geißblatt und die immergrüne weissblühende Clematis Armandii mit ihrem exotisch lancettenartigem Laub. Eine duftende Glyzinie umspielt den Erker und den darüber liegenden Balkon. Mit dieser Bepflanzung ist im Frühjahr eine betörend, duftende, weiße Blütenfülle- und Verlauf gewährleistet. Durch die Planung entsteht ein einladend, lichter, leichter Eingangsbereich. Durch die immergrünen, großen Strukturpflanzen bleibt die besondere Atmosphäre des Stadtgarten ganzjährig erhalten.

rheinblau2_ objektdesign_ kommuniktion
55131 Mainz
Deutschland

Wo liegt der Garten? Gibt es typische regionale Merkmale, die der Garten aufgreift?

Der Garten liegt zentral in der Stadt Mainz innerhalb eines Grüngürtels. Die Staudenauswahl ist den klimatischen Veränderungen im Weinanbaugebiet RLP entsprechend angepasst.

Wie lautete der Auftrag bzw. welche Wünsche hatte der/die Auftraggeber/in?

Den Garten als kostbares Refugium und Lebensraum in der Stadt zu planen unter Berücksichtigung vorhandener alter Baumsubstanz und Einbeziehung der gewachsenen Bepflanzung im Umfeld. Ein zeitgemäßer, hochwertiger Wohngarten sollte entstehen und den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden. Der Eindruck der Großzügigkeit trotz begrenzter Grundstücksfläche sollte erreicht werden.

Galerie

Was war Ihr erster Gedanke zu diesem Projekt/ bzw. ihr erster Eindruck vom Garten?

Die Intimität und Uneinsichtigkeit des Grundstücks zu nutzen, weiterzuentwickeln. Diese besondere Grundstückssituation in der Stadt zu einem zeitgemäßen Wohngarten umzugestalten und eine entspannt klassisch, moderne Atmosphäre zu konzipieren .

Was sah Ihr Planungskonzept vor? Welche grundlegenden Ideen stecken hinter dem Konzept?

Mit der Sanierung der Villa aus den 30iger Jahren mitten in der Stadt wurde auch der verwilderte Garten neu konzipiert. Die architektonischen Elemente des Hauses, bei denen die Symmetrie und das Quadrat (der Grundriss ist nahezu quadratisch) eine Rolle spielen, wurden bei der Gartenplanung des kleinen Stadtgrünstücks einbezogen. Die perfekte Form des Quadrates und die damit verbundene Zahl Vier sind von Bedeutung und stellen ebenfalls ein Gestaltungselement dar: Die Zahl Vier verweist auf die vier Elemente, die vier Jahreszeiten, die Himmelsrichtungen. Die Herausforderung des Konzeptes bestand darin, bei der Planung des Gartens den höhergelegenen Wintergarten zu berücksichtigen. Die Gestaltung der ebenen Gartenfläche musste auch aus einer Höhe von 3 Metern funktionieren und den Blick von oben bei der Gestaltung einbeziehen. Der vorhandene eiserne Wintergarten wurde saniert, erhielt ein neues bruchsicheres Glasdach, welches die vorhandene Konstruktionsstruktur des Wintergartens aufnimmt. Die Bodenfläche wurde mit Via Zement Fliesen versehen, die den Übergang von drinnen nach draußen spürbar werden lassen und auch die Erbauungszeit des Hauses. Eine Zwischengartenzone und ergänzender Lebensraum, der gern im Frühjahr und Herbst genutzt wird, um den Genussfaktor Garten so lange wie möglich wahrnehmen zu können. Die Verbindung zum Garten vom Haus führt durch den Wintergarten über eine Außentreppe. Diese erhielt neue Steinstufen im Material Basalt wie es im Sitzplatzkarree verarbeitet ist. So ist die visuelle Verbindung von alter Substanz und neuer Platzgestaltung gegeben. Der Sitzplatz im Garten besteht aus einer quadratisch angelegten Fläche aus blaugrauem Basalt und erhielt ein gegenüberliegendes Pendent. Bepflanzt ist diese Fläche mit der Elfenblume Frohnleiten‘ (Epimedium perralchicum) und 4 kleinen Stammlebensbäumchen. Mittig dazu steht ein historischer, quadratisch geformter Schornstein aus London, der als Point de Vue fungiert. Die Tischflächen der klassischen Gartentische im Garten wurden ausgetauscht und mit dem gleichen Granitstein bestückt wie die Fensterbänke des Wintergartens. Von Beginn an der Planung wurde sensibel mit vorhandener, kostbarer Baumsubstanz umgegangen. Alte Eiben Taxus baccata sowie jahrzehnte Jahre alte Ilex aquifolium wurden hoch geschnitten und erhielten einen Formschnitt, um die Bepflanzungsfläche und den Gartenraum zu vergrößern. Dadurch konnte Sichtschutz entstehen und die Höhenwirkung der Gehölze im Gartenraum genutzt werden. Die besondere Atmosphäre sollte erhalten bleiben. Der Schatten und die Trockenheit um die alten Gehölze bestimmt die Unterpflanzung: Efeu, Storchschnabel Geranium Macorrhizium „Spessart“, Farne, Bergenien, Haselwurz, Japanbandgras Hackonekloa Macra, und Funkien (Sieboldiana Elegans, Halycon, Francis Williams, Big Daddy), falsche Alraune. Pflanzen, die gut mit der Verdichtung des Bodens und dem Schatten zurechtkommen.

Was haben Sie vor allem verändert? Wie sind Sie vorgegangen?

Vier 15 Meter hohe Fichten wurden entfernt. Das Verhältnis von Grundstücksgröße und Baumhöhe ist wieder hergestellt. Licht und Luftzirkulation gegeben. Die alte Baumsubstanz der umliegenden Gärten wurde bei der Planung formal integriert, um den Gartenraum zu öffnen. Dies ermöglicht viel Weite, trotz der Kleinheit des Grundstücks in der Stadtlage. Entstanden ist eine abgeschirmter, atmosphärischer Rückzugsort mit verschiedenen Gartenbereichen, die entdeckt werden wollen. Da die Grünfläche in der Stadt so kostbar ist, wurde die Versiegelung der Bodenfläche auf den Sitzplatz beschränkt. Im Garten neben der Treppe wurde ein kleiner Brunnenbereich durch einen alten Brunnenstein geschaffen, der ein neues, quadratisches Zinkbecken erhielt, flankiert von symmetrisch gesetzten Eibenovalen, die die Rundung des Steins aufnehmen. Das Geräusch des Wasser wurde „komponiert“, um eine langsames, entspanntes Plätschergeräusch zu erzeugen. umspielt ist die Situation von Geißblatt „Henry“, einer immergrünen Sorte. Im Vorgarten wurde die Bepflanzung am Haus fast komplett entfernt und die Begrünung zur Straßenseite/Gartenzaun verlegt, um dem Vorgartenbereich mehr Intimität zu geben.

Was macht den Garten jetzt aus? Wie würden Sie die Atmosphäre des Gartens beschreiben? Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Der Garten wird bestimmt von einer unerwarteten Intimität im Gartenraum und im Wintergarten, der sehr transparent ist und den Garten aus einer anderen Perspektive erleben lässt. Beeindruckend ist die alte Baumsubstanz im Garten selbst und im Umfeld des Gartens. Er wirkt dadurch nicht neu angelegt, sondern eingewachsen und atmosphärisch, entspannt - mitten in der Stadt. Und vor allem strahlt er eine besondere Ruhe aus, wirkt selbstverständlich und beschwingt. Die Symmetrie des Hauses und des Wintergarten findet sich im Garten wieder und wirkt neben der Fülle an alten Gehölzen beruhigend strukturiert. Die Aufnahme der Symmetrie links und rechts der Gartentreppe wird aufgenommen durch die Bepflanzung mit Lorbeerbäumen, Japanbandgras Hackonekloa Macra, Funkien Plantaginea Grandiflora, weißblühend, duftend. Die Farbe Grün herrscht in diesem kleinen Garten vor. Ein Spiel mit glänzend grünen, klaren Blattstrukturen und matten filigranen Blattformen und Grüntönen charakterisiert die Unterpflanzung. Weiße und blaue Blütennuancen erscheinen im Verlauf der Jahreszeit. Die Duftkomponenten sind weiter die weißblühende Ramblerrose Bobby James, die mit ihrer Blütenfülle jedes Jahr den Sitzplatz umgibt. Ein Hortensienband bestehend aus Hydrangena arborescens Annabelle ist zu Grundstücksgrenze unter Bäumen gesetzt. Geranium macorrhizium „Spessart“ flächig gesetzt, beruhigt die Anlage. Die Symmetrie setzt sich im Vorgarten fort. Im Vorgarten wurde dem Erker des Hauses ein Quadrat vorgelagert, welches mit einer der Form folgenden Bepflasterung versehen wurde. Um die Rasenfläche zu reduzieren wurde im Vorgarten Pachysandra terminalis flächig gepflanzt. An der Gartenmauer sorgt ein Hortensienband Hydrangena arborescens Annabelle für Sichtschutz und Intimität. Die Wiederholung der Pflanzen im Vorgarten schafft eine Ausgewogenheit, Rythmus und verbindet die Gartenflächen vor und hinter dem Haus. Die Hortensien schirmen den halböffentlichen Vorgarten ab, ebenso die weiße Clematis Willsonii, Geißblatt und die immergrüne weissblühende Clematis Armandii mit ihrem exotisch lancettenartigem Laub. Eine duftende Glyzinie umspielt den Erker und den darüber liegenden Balkon. Mit dieser Bepflanzung ist im Frühjahr eine betörend, duftende, weiße Blütenfülle- und Verlauf gewährleistet. Durch die Planung entsteht ein einladend, lichter, leichter Eingangsbereich. Durch die immergrünen, großen Strukturpflanzen bleibt die besondere Atmosphäre des Stadtgarten ganzjährig erhalten.

Gibt es besondere Pflanzen, die verwendet wurden (Pflanzkonzept)?

Der Schatten und die Trockenheit um die alten Gehölze bestimmt eine abwechslungsreiche Unterpflanzung: Efeu, Storchschnabel Geranium Macorrhizium „Spessart“, Farne, Bergenien, Haselwurz, Hackonekloa Macra ( All Gold, Aureola), und Funkien (Sieboldiana Elegans, Halycon, Francis Williams, Big Daddy), falsche Alraune, Elfenblumen (Frohnleiten). Pflanzen die gut mit der Verdichtung des Bodens und dem Schatten zurechtkommen und mit der Strenge der Symmetrie anarchisch umgehen.

Auf welches Highlight/Detail im eingereichten Projekt sind Sie besonders stolz? Was ist besonders gut gelungen?

Gelungen ist die Entscheidung viele der alten Gehölze zu erhalten, die sich gut in die Planungen einfügen ließen. Diese Entscheidungen machten die besondere Stimmung und die eingewachsene, intime Atmosphäre in dem kleinen Garten möglich. Ebenso die eingefügten Sichtschutzplatten aus verzinktem Stahlblech, die Schnee oder das Grün im Sonnenlicht in bezaubernder Weise diffus reflektieren. Durch diese Materialeigenschaft wirken die 2 Meter hohen Sichtschutzelemente sehr leicht und negieren sich fast.