Dem Süden so nah: Familiengarten am Hang

Die Luftigkeit der Pflanzung kombiniert mit dem hellen Jurastein vermittelt den Eindruck eines großzügigen, mediterranen, aber modernen Gartens. Sichtbetonelemente aus den Säulen des aufgeständerten Anbaus wurden im Eingangsbereich und in den Wandscheiben im Bereich Spielhof wieder aufgenommen. Die Kombination aus Jura, Sichtbeton mit einer üppigen Stauden und Gräserpflanzung lassen den Garten modern, aber trotzdem belebt und vielfältig erscheinen. Dieses Wechselspiel aus gebauten Materialien und abwechslungsreicher und luftiger Pflanzung vermittelt ganzjährig ein Urlaubsgefühl. Nicht umsonst wird die Bergstraße die Toskana Deutschlands genannt. Durch die großen Staudenflächen am Hang und in den weiteren Pflanzflächen verändert der Garten über das Jahr hinweg mehrfach sein Erscheinungsbild: Angefangen von einer üppigen Geophytenblüte, hin zu einem Blütehöhepunkt der Stauden- und Gräsermatrixpflanzung im Frühsommer, prägen Lavendelbeete und Hortensien den Sommer. Im Herbst und Winter bestimmen Gräser und das Bild. Die Pflanzung wird erst im Februar zurück geschnitten. Es ist ein ganzjährig attraktiver Garten mit unterschiedlichsten Aufenthaltsbereichen, sowohl für die Kinder als auch für die gesamte Familie.

KEPOS Gartenarchitektur - Carola Dittrich
69469 Weinheim
Deutschland

Wo liegt der Garten? Gibt es typische regionale Merkmale, die der Garten aufgreift?

Der Garten liegt am Fuße der Weinberge mit Weitblick in die Rheinebene. Diesen Weitblick zu stärken und zu inszenieren war der Grundgedanke der Umgestaltung des Gartens. Das milde Klima der badischen Bergstraße prägt die mediterrane Pflanzung und Atmosphäre des Gartens.

Wie lautete der Auftrag bzw. welche Wünsche hatte der/die Auftraggeber/in?

Die Familie mit vier Kindern wünschte sich einen vielfältig nutzbaren Garten, der Blickbeziehungen in die Weinberge und in die Rheinebene wiederbelebt. Zudem sollte der Garten durch eine abwechslungsreiche Pflanzung ganzjährig attraktiv sein. Wesentliche Planungsaufgabe war es, die unterschiedlichen Gartenbereiche miteinander zu verbinden.

Galerie

Was war Ihr erster Gedanke zu diesem Projekt/ bzw. ihr erster Eindruck vom Garten?

Durch das behutsame Entfernen von Gehölzen sollte der Blick in die Rheinebene wieder ermöglicht werden. Auch der Blick in die Weinberge war komplett mit immergrünen Gehölzen verstellt. Dadurch wirkte der Garten klein und dunkel. Die Planungsaufgabe, war es den Bestand behutsam zu reduzieren und in Form zu schneiden. Diese meist immergrünen Bestandspflanzen bilden nun den Rahmen für eine lockere + luftige Staudenpflanzung. Großteil der vorhandenen Gartenfläche bestand aus nicht nutzbaren Böschungen. Im Rahmen der Neugestaltung sollte durch Aufschüttungen und das Abfangen des Geländes mit Mauern der hintere / östliche Gartenbereich mit dem vorderen / süd-westlichen Gartenbereich verbunden werden. Darüberhinaus sollte mehr ebene und nutzbare Gartenfläche gewonnen werden. Besonders wichtig war die Schaffung eines Weges von der Terrasse Süd/ West über den Hang zu dem neu geschaffenen Spielhof ( Eine überdachte Terrasse unter dem aufgeständerten Anbau)

Was sah Ihr Planungskonzept vor? Welche grundlegenden Ideen stecken hinter dem Konzept?

Ziel der Planungen war es, einen Familiengarten zu schaffen, der im milden Klima der Bergstraße ganzjährig genutzt werden kann. Dabei spielte neben der Neugliederung der Gartenräume die Pflanzplanung eine wesentliche Rolle. Das Pflanzkonzept sieht ein Wechselspiel aus immergrünen Bestandsgehölzen und einer gräserbetonten Staudenpflanzung vor, dadurch wird eine mediterrane, aber auch moderne Atmosphäre geschaffen. Eine kleinere Terrasse nahe der Küche ist Richtung Osten ausgerichtet. Von hier aus kann man sowohl über den Pool in die Weinberge schauen, als auch in die Rheinebene. Lebensmittelpunkt der Familie ist die großzügige Terrasse im Süd-Westen. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick bis in die Pfalz. Daher sollte vor dieser West- Terrasse eine ebene Gartenfläche entstehen. Besonders wichtig ist aber der Verbindungsweg von dieser Terrasse über Blockstufen und Trittplatten mit dem intensiv genutzten Spielhof unter dem aufgeständerten Anbau. Dieser Weg wird sowohl von den BH, den Kindern und Besuchern viel benutzt. Eine mediterrane, trockenheitsverträgliche und gräserbetonte Staudenpflanzung säumt diesen Weg. Über das Jahr hinweg verändert dieser Bereich immer wieder sein Erscheinungsbild. Damit wird dieser Hangbereich zum Herzstück des umgebauten Gartens. Der vorhandene Eingangsbereich wurde umgestaltet. Grundgedanke dabei war es, dass kein direkter Weg vom Hauseingang in den hinteren Gartenbereich mit Pool führt. Dazu wurde als Trennung und zum Abfangen des Geländes eine Sichtbetonmauer in Kombination mit Juraböschungssteinen erstellt.

Was haben Sie vor allem verändert? Wie sind Sie vorgegangen?

Schnell war der BH davon überzeugt den bestehenden Rasenhang in eine Gräsermatrix umzuwandeln und Teilbereiche des Hangs mit Juramauersteinen zu fassen. Bei einer Familie mit vier Kindern ist es wichtig, im Garten verteilt unterschiedliche Spielangebote zu integrieren, ohne dass diese die Gestaltung dominieren. In der steilen Böschung zu den Weinbergen wurde ein Spiehaus integriert, das den Kindern ermöglicht bis weit in die Weinberge zu schauen. Auf dem verwucherten Garagendach wurde ein Sitzbereich mit Feuerschale angelegt. Die Terrasse unter dem aufgeständerten Anbau dient als Spielhof mit Tischtennisplatte und Fahrflächen für unterschiedliche Bobbycars. Obwohl es im Garten so unterschiedliche Spielangebote gibt, dominieren sie nicht die moderne und gleichzeitig mediterrane Gestaltung.

Was macht den Garten jetzt aus? Wie würden Sie die Atmosphäre des Gartens beschreiben? Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Die Luftigkeit der Pflanzung kombiniert mit dem hellen Jurastein vermittelt den Eindruck eines großzügigen, mediterranen, aber modernen Gartens. Sichtbetonelemente aus den Säulen des aufgeständerten Anbaus wurden im Eingangsbereich und in den Wandscheiben im Bereich Spielhof wieder aufgenommen. Die Kombination aus Jura, Sichtbeton mit einer üppigen Stauden und Gräserpflanzung lassen den Garten modern, aber trotzdem belebt und vielfältig erscheinen. Dieses Wechselspiel aus gebauten Materialien und abwechslungsreicher und luftiger Pflanzung vermittelt ganzjährig ein Urlaubsgefühl. Nicht umsonst wird die Bergstraße die Toskana Deutschlands genannt. Durch die großen Staudenflächen am Hang und in den weiteren Pflanzflächen verändert der Garten über das Jahr hinweg mehrfach sein Erscheinungsbild: Angefangen von einer üppigen Geophytenblüte, hin zu einem Blütehöhepunkt der Stauden- und Gräsermatrixpflanzung im Frühsommer, prägen Lavendelbeete und Hortensien den Sommer. Im Herbst und Winter bestimmen Gräser und das Bild. Die Pflanzung wird erst im Februar zurück geschnitten. Es ist ein ganzjährig attraktiver Garten mit unterschiedlichsten Aufenthaltsbereichen, sowohl für die Kinder als auch für die gesamte Familie.

Gibt es besondere Pflanzen, die verwendet wurden (Pflanzkonzept)?

Es wurden unterschiedliche Pflanzkonzepte angewendet. Der Hang wurde in einer Matrixpflanzung aus Sesleria autumnalis gestaltet. In dieser Matrix wurde u.a. Iris barb.-el. 'Superstition' + Crocosmia mas. 'Lucifer' + Salvia nemorosa 'Adrian' + Allium sphaerocephalon eingestreut. Während in den von den Juramauern gerahmten Beeten eine trockenheitsverträgliche Staudenkombination u.a. aus Echinacea purp. 'White Swan' + Agastache rug, 'Black Adder' + Calamintha nep. 'Triumphator' verwendet wurde. Zwischen und seitlich von den Trittplatten wurden neben unterschiedlichen Thymianarten und weiteren mediterranen Gartenkräutern, wie Rosmarin, Salbei Stipa tenuissima verwendet. Andere Bereiche wurden wiederum klassisch mit unterschiedlichen Hortensien + Frauenmantel + Geranium Hybr. 'Rozanne' bepflanzt. Die BH pflanzten die ausgesuchten 1200 Geophyten selber, diese Arbeit wurde mit einem reichem Frühjahrsflor, an dem sich die ganze Familie erfreut,belohnt

Auf welches Highlight/Detail im eingereichten Projekt sind Sie besonders stolz? Was ist besonders gut gelungen?

Der Treppenaufgang vom überdachten Spielhof zur großen Terrasse Süd-West : Wenn man über diesen Weg in den Garten geht, fühlt man sich wie im Urlaub! Besonders stolz bin ich darauf, dass den Kindern der Garten sehr ans Herz gewachsen ist und sie den Garten intensiv nutzen. Dabei helfen sie auch mit Begeisterung bei der Gartenpflege mit und kennen inzwischen viele der verwendeten Stauden, Kräuter und Bäume.